Ex-Offizier will Namen der Romero-Mörder nennen

27. März 2006, 06:47
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Todesschwadronen betrachteten Erzbischof von San Salvador als "persönlichen Feind"

San Salvador - Ein ehemaliger salvadorianischer Armeeoffizier, Alvaro Saravia, hat sich bereit erklärt, unter bestimmten Bedingungen den Namen des Mörders von Erzbischof Oscar Arnulfo Romero zu nennen, berichtet Kathpress. Der damalige Erzbischof von San Salvador war am 24. März 1980, zu Beginn des salvadorianischen Bürgerkriegs, während eines Gottesdienstes in einer Kirche der Hauptstadt von Mitgliedern der rechtsextremen "Todesschwadronen" ermordet worden.

Savaria gehörte im Bürgerkrieg (1980-1992) zu den engen Vertrauten von Roberto D'Aubuisson, dem Mitbegründer und führenden Kopf der "Todesschwadronen".

"Heute können wir uns schämen"

Wenn ihm Schutz für seine persönliche Sicherheit geboten werde, sei er bereit, die Identität des Mörders von Erzbischof Romero preiszugeben, sagte Saravia in einem am Wochenende mit der in Miami (Florida) erscheinenden Zeitung "El Nuevo Herald". Der salvadorianische Offizier war 2004 von einem Zivilgericht in Kalifornien wegen Beteiligung an der Planung des Mordes verurteilt worden und lebt heute in einem von der Zeitung nicht genannten lateinamerikanischen Land. Er wird nach eigenen Angaben auch 26 Jahre nach der Tat immer noch bedroht.

"Heute können wir uns schämen für das, was wir in der Epoche des Bürgerkriegs getan haben", sagte Saravia dem "Nuevo Herald": "Damals aber waren wir von unserem Handeln überzeugt und sahen Romero als persönlichen Feind an". Bei entsprechendem Schutzgarantien sei er bereit, sein bisheriges Schweigen zu brechen und die Wahrheit zu sagen. "Ich will nicht länger lügen, mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringen kann", versicherte er.

Der Salvadorianer schreibt nach eigenen Angaben an seinen Memoiren und will darin auch auf die Vorgänge um die Ermordung des Erzbischofs eingehen. Bis heute sind in El Salvador die des Mordes an Romero verdächtigten Personen auf Grund eines 1993 erlassenen Amnestiegesetzes nicht vor Gericht gestellt worden. (APA)

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