ÖGB-Präsidium entscheidet nach Bawag-Enthüllungen über Vorsitzenden

27. März 2006, 09:43
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Verzetnitsch unter Druck - Außerordentliche Sitzung des BAWAG-Aufsichtsrats

Wien - Die ÖGB-Spitzen treffen Montagmorgen (8 Uhr) zu einer Krisensitzung zusammen, um über Konsequenzen aus der Karibik-Affäre der Gewerkschaftsbank BAWAG zu entscheiden. ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch steht unter Druck, schloss am Sonntag einen Rücktritt aber aus. Er hatte im Alleingang mit ÖGB-Finanzchef Günther Weninger, der seinen Abgang als Aufsichtsratschef der Bank ankündigte, im Jahr 2000 der BAWAG für Verluste aus spekulativen Geschäften eine Haftung mit ÖGB-Geldern gewährt.

Ob sich Verzetnitsch tatsächlich an der Spitze des Gewerkschaftsbundes halten wird können, hängt maßgeblich vom mächtigen Metaller-Chef Rudolf Nürnberger ab, der ja auch die dominierende Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter anführt. Er hat sich bisher ebenso wenig geäußert wie Wolfgang Katzian, Chef der größten Einzelgewerkschaft, jener der Privatangestellten. Einzig der Druckergewerkschafts-Chef Franz Bittner meldete sich bisher zu Wort mit der Forderung nach Konsequenzen. Alt-GPA-Chef Hans Sallmutter verlangte offen Verzetnitschs Rückzug.

Zu einer außerordentlichen Sitzung kommt am Montag auch der BAWAG-Aufsichtsrat zusammen. Dabei könnte es zu weiteren personellen Konsequenzen in den BAWAG-Führungsetagen kommen. (APA)

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