Post aus der "Hölle"

28. März 2006, 19:53
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Vergangene Woche hat sich dann auch B. zu Wort gemeldet, zur Causa "Dame aus dem Kinderhof"...

Es war vergangene Woche. Da hat sich dann auch B. zu Wort gemeldet. Weil ihm die Sache mit der Dame aus dem „Kinderhof“ im Museusmquartier zu denken gibt. Nicht erst, seit ich mich über sie lustig gemacht habe, sondern viel länger. Um genau zu sein: Ziemlich so lange, wie er nun im Amt ist. B. ist nämlich Bezirksvorsteher im siebenten Bezirk.

Und als ebensolcher, seufzt er in seinem Mail, gehöre es eben zu seiner Jobdescription, sich auch um derlei Probleme zu kümmern – oder es zumindest zu versuchen. Freilich: Für wirklich lösbar – lese zumindest ich aus B.s Zeilen (die zu veröffentlichen er mir ausdrücklich erlaubt hat) heraus – dürfte B. das Problem nicht halten. Zumindest nicht so, dass die Alt—Anrainer des MQ damit zufrieden wären.

B. schrieb jedenfalls – und ich antwortete. Und auch wenn ich (im Gegensatz zu dem, was vermutlich umgehend in den semidienstlichen „Privat“-Posting diverser Parteivorfeld-Poster zu lesen sein wird) behaupte, dass es in dem Fall völlig wurscht ist, welcher Partei B. angehört, bin ich doch gespannt, wie – und ob – irgendjemand auf jene Conclusio reagieren wird, die zumindest ich vor allem zwischen seinen letzten Zeilen gelesen habe:

Auftakt:

Lieber TR

Die besagte Frau aus dem MQ ist mir wohlbekannt, seit Jahren. Und letzte Woche hat sich mich (wieder einmal) angerufen und mir ähnliches berichtet wie im Artikel. Und auch ich musste ihr sagen, dass das MQ eigentlich eine ziemlich tolle Einrichtung ist (Freiräume etc.) Und das versteht sie nicht. Liebe Grüße

TB.

Antwort:

Lieber TB, Danke für Ihr Mail. Eigentlich ist die Dame ja bedauernswert - aber manchmal weigere ich mich dann halt doch, Mitleid oder Verständnis zu zeigen. Aber da habe ich es wohl leichter als ein Politiker. Trotzdem: Gibt es eine Lösungsidee?

Lg TR

Lösung?

Lieber TR

Die wenigen Altmieter dachten, dass hier ein Museumsareal entstehen würde, dass um 18 Uhr zugesperrt wird. Das ist so nicht passiert, wie wir alle wissen. Es gab mehrere Mediationen zwischen MQ, Altmietern, Bezirksvorsteher, Gastronomie etc. Wobei es zumeist nur 3 bis 4 Mieter sind, die sich laufend beschweren.

Das MQ selbst agiert auch ein bisschen ungeschickt weil es teilweise - genervt – die Kommunikation mit Mietern verweigert. Das Problem ist, dass es sich hier de iure um einen privaten, de facto jedoch öffentlichen Raum handelt. Dort, wo kein oder wenig Autolärm ist, fallen nächtliche Störungen mehr auf, das ist am Spittelberg genauso. Also: Problem sind nicht die Gastrobetriebe sondern der bierdosenfussbalspielende Jugendliche um 2 Uhr früh.

Problemstellung

Die Dame aus dem „Kinderhof“ ist da eben besonders sensibel. Das muss man auch aus ihrer Sicht sehen – oder es zumindest immer wieder versuchen. Auch wenn es schwer fällt.

Ich bemühe mich halt mit Gastronomen und MQ-Gesellschaft zu kommunizieren, damit große Belastungen ausbleiben (wie z.B: ein Catering-LKW, der im Hof die ganze Nacht bei laufendem Motor steht).

Lösung?

Ich kann nicht die vielen Menschen, die täglich im Sommerhalbjahr die Innenhöfe bevölkern dazu anhalten leise(r) zu sein. Am Spittelberg war's ähnlich: dort sind die ganz genervten Menschen weggezogen - und neue Leute wussten, was auf sie zukommt.

lg TB.

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