etat.at verlost fünf Exemplare von "So arbeiten Österreichs Journalisten für Zeitungen und Zeitschriften"
Die Zeichnung auf der Titelseite des kleinen Bändchens spiegelt recht genau wider, wie Printjournalisten für gewöhnlich arbeiten. Mit sechs Armen telefonieren sie auf zwei Apparaten, sie schicken so viele Mails, wie sie sie abrufen und schreiben daneben - einhändig - ihre Artikel. Und um das zu können, bedienen sich Journalisten freilich vor allem eines zentralen Hilfsmittels: Sie googeln.
"Google ist das neue Tor zur Wirklichkeit, auch im Journalismus", erklärt Kommunikationswissenschafter Stefan Weber. Laut Studie für KommAustria und Kuratorium für Journalistenausbildung (KfJ) unter 300 Zeitungs- und Zeitschriftenjournalisten googeln Journalisten fast so viel wie sie telefonieren. 94,8 Prozent nützen die Suchmaschine zumindest manchmal.
Warnsignal
Für Publizistikprofessor Fritz Hausjell ist das angesichts des schlampigen Umgangs im Journalismus bei der Angabe von Quellen ein Warnsignal: "Ist Journalismus nur mehr das, was zwischen gegoogelten Inhalten an Verbindungssätzen Platz hat?" Zumal die neuen Technologien von den meisten Printjournalisten nicht nur als Segnung betrachtet werden: Jeden zweiten stresst laut Studie das Internet, Männer übrigens mehr als Frauen.
Stichwort Geschlechtervergleich: Erstmals gibt es unter Berufsneulingen - also Journalisten, die noch über weniger als fünf Jahre Berufspraxis verfügen - mehr Frauen als Männer.
Wie arbeiten Österreichs Printjournalisten außerdem? Sie leiden. Unter Info-Flut, Zeitdruck, fehlenden Korrektoraten. Sie leiden, weil sie ihre Texte nicht unterbringen, weil Wirtschaft und Politik immer größeren Einfluss auf ihre Arbeit ausüben und Konflikte zwischen Redaktion und Anzeigenabteilung immer heftiger werden. Immer mehr arbeiten mit freien Dienstverträgen und sind unzufrieden mit ihrer Bezahlung. Eine triste Bestandsaufnahme, die Journalistengewerkschafter Fritz Wendl immer noch für "geschönt" hält, klammere sie doch Arbeitsbedingungen von privaten TV- und Radiojournalisten aus. Google-Journalismus sei lediglich Resultat permanenten Zeitdrucks.
Hälfte studiert fertig
Von wenigstens einem Klischee befreit sich der Berufsstand nach und nach: dass Journalisten meist Studienabbrecher sind. Laut Studie haben inzwischen 46,6 Prozent ein abgeschlossenes Hochschulstudium. (Doris Priesching/DER STANDARD, Printausgabe, 27.3.2006)
etat.at verlost fünf Exemplare von "So arbeiten Österreichs Journalisten für Zeitungen und Zeitschriften", herausgegeben von Meinrad Rahofer.
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Stefan Weber: So arbeiten Österreichs Journalisten für Zeitungen und Zeitschriften, herausgegeben von Meinrad Rahofer.
Salzburg: Schriftenreihe Journalistik des Kuratoriums für Journalisten- ausbildung, Band 18, 108 Seiten, 9,90 Euro.
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