Amoklauf nach "Zombie-Party" in Seattle

28. März 2006, 09:06
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20-Jähriger erschoss sechs Teenager und danach sich selbst

Während der "Zombie-Party" war er sehr ruhig. Doch dann ging der rund 20 Jahre alte Mann zu seinem Wagen und kehrte mit einem Gewehr und einer Pistole zurück. Sechs Menschen und der Täter starben.

Seattle - Ein Amokläufer hat bei einer privaten Party im Nordwesten der USA ein Blutbad angerichtet. Aus bisher unbekanntem Motiv zog der Mann in der Nacht zum Sonntag während der Feier in einem Haus in Seattle seine Waffen und erschoss sechs der jugendlichen Gäste, wie die Polizei mitteilte. Als die Polizei den ungefähr 20 Jahre alten Mann stellte, schoss er sich selbst eine Kugel in den Kopf. Zwei weitere Partygäste wurden verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert.

Zombie-Fest

Bei den Todesopfern handelt es sich um fünf Männer und zwei Frauen, allesamt Teenager oder in ihren Zwanzigern. Die Feier war laut Polizei eine Party der lokalen Zombie-Szene, die Gäste hatten sich wie üblich als Untote geschminkt und gekleidet.

Der Täter sei auch selbst Gast dieser Party gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Wie Augenzeugen berichteten, sei er den ganzen Abend über sehr still gewesen und viel durch das Haus gelaufen.

"Now"

Später verließ er laut Polizei das Fest, ging zu seinem Kleinlaster, nahm sich ein Gewehr und eine Pistole und legte sich einen Patronengurt um. Auf dem kurzen Weg zurück zum Haus malte er an drei Stellen das Wort "Now" ("Jetzt") auf.

Als er dann zum Haus zurückkehrte, habe er sofort das Feuer eröffnet. Vor dem Haus erschoss er zunächst zwei Menschen. Im Gebäude habe er dann "wild um sich gefeuert" und dabei vier weitere Menschen getötet sowie zwei schwer verletzt, sagte Polizeichef Gil Kerlikowski. "Das sieht aus wie Erschießungen im Stile einer Hinrichtung."

Zuerst hatte der Mann im Erdgeschoß mehrere Partygäste ermordet, bevor er im Obergeschoß nach weiteren Opfern suchte. Dort habe er auch durch geschlossene Türen auf Menschen gefeuert, die sich versteckten.

Beliebtes Partyhaus

Aufgeschreckte Nachbarn hatten die Polizei gerufen. Als die Beamten beim Tatort ankamen, sahen sie den Amokschützen aus dem Haus treten. Ein Polizist forderte ihn auf, seine Waffe fallen zu lassen. Daraufhin hob der Täter die Pistole an seinen Kopf und erschoss sich. Das Gebäude in der vornehmen Capitol-Hill-Gegend der Stadt wird nach Angaben von Nachbarn öfter für große nächtelange Partys gemietet.

Zwar habe es Marihuana und Alkohol auf der Feier gegeben, teilte die Polizei mit. Noch stehe aber nicht fest, ob auch der Täter unter Drogeneinfluss gestanden sei. Zahlreiche Gäste, die die Bluttat beobachtet hatten, stehen unter Schock. Rund 20 Menschen werden nach Polizeiangaben psychologisch betreut und zu ihren Beobachtungen befragt. Auf ein mögliches Motiv des Täters gebe es bisher keinen Hinweis. (AFP, red, DER STANDARD Printausgabe, 27.03.2006)

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