Landtagswahlen: SPD verteidigt Rheinland-Pfalz, die CDU Baden-Württemberg

26. März 2006, 19:09
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CDU in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft - Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition jedoch unsicher - Geringe Wahlbeteiligung

Stuttgart/Magdeburg/Mainz - Bei den drei Landtagswahlen an diesem Sonntag haben nach ersten Prognosen die CDU in Baden-Württemberg und die SPD in Rheinland-Pfalz ihre Macht verteidigt. In Sachsen-Anhalt lag die CDU vorne, doch war zunächst unklar, ob es zu einer Fortsetzung der Koalition mit der FDP reichen würde.

Nach den Prognosen von ARD und ZDF könnte die SPD in Rheinland-Pfalz sogar auf eine absolute Mehrheit der Sitze kommen, sollten die Grünen den Wiedereinzug in den Landtag verfehlen.

In Rheinland-Pfalz sieht die ZDF-Prognose die SPD bei 44,5 Prozent und damit im Bereich der absoluten Mehrheit der Mandate. Die CDU liegt bei 34 Prozent, die bisher mitregierende FDP bei etwa 8,0 Prozent. Der Wiedereinzug der Grünen in den Landtag war bei 5,0 Prozent noch unsicher.

In Baden-Württemberg klag die CDU bei 45 Prozent, die SPD bei 25 Prozent, die FDP bei 10,5 Prozent und die Grünen bei 12,0 Prozent. Auch hier wurde eine absolute Sitzmehrheit für die CDU nicht ausgeschlossen.

In Sachsen-Anhalt liegt die CDU nach den Prognosen bei 37 bis 38 Prozent, die FDP bei 6,5 bis 7,0 Prozent. Damit hätte die bisherige CDU/FDP-Koalition keine Mehrheit mehr. Die Linkspartei kommt nach den Prognosen auf etwa 24 Prozent, die SPD auf bis 21 Prozent. Die Grünen und die rechtsextreme DVU liegen unter der Fünf-Prozent-Grenze.

Zuvor hatte sich bei den ersten drei Landtagswahlen nach der Bundestagswahl im Herbst eine dramatisch geringe Wahlbeteiligung abgezeichnet.

In Sachsen-Anhalt hatten nach Angaben der Landeswahlleitung bis 16.00 Uhr lediglich 31,4 Prozent der 2,1 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. 2002 waren es um diese Uhrzeit 44,4 Prozent gewesen. In Baden-Württemberg kamen bis 15.00 Uhr 29,8 Prozent der 7,5 Millionen wahlberechtigten Bürger in die Wahllokale. Das waren 8,4 Prozentpunkte weniger als vor fünf Jahren.

In Rheinland-Pfalz lag die Beteiligung nach Rückmeldungen aus mehreren kreisfreien Städten am Nachmittag bei rund 48 Prozent, was etwa zwei Prozentpunkte weniger waren als bei der Wahl 2001. Allerdings seien diese Angaben nicht repräsentativ für die 3,1 Millionen Wähler im Land, sagte ein Sprecher der Landeswahlleitung. In Hessen finden zudem Kommunalwahlen statt.

Großer Stimmungstest

Ein halbes Jahr nach der Bundestagswahl galten die Urnengänge in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz als erster großer Stimmungstest für die große Koalition in Berlin. In Hessen fanden auch Kommunalwahlen statt. (APA)

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