Bruce Nauman gewinnt Düsseldorfer Kunstpreis

31. März 2006, 12:43
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Videokünstler erhält 55.000 Euro für "komplexes und herausragendes Oeuvre"

Düsseldorf - Der US-amerikanische Videokünstler Bruce Nauman (64) hat am Samstag als erster Preisträger den mit 55.000 Euro dotierten Düsseldorfer Kunstpreis erhalten. Die elfköpfige Jury hatte ihre Auswahl damit begründet, Naumans "komplexes und herausragendes Oeuvre" über die Möglichkeiten, Wirkungen und Funktionen von Kunst sei für ganze Künstler-Generationen Anregung und Herausforderung. Laut Jury-Urteil weisen Naumans Arbeiten eine große Eindringlichkeit auf.

Der in Fort Wayne (Indiana) geborene Nauman, der zuletzt auf Platz drei der 100 weltweit bedeutendsten Künstler im jährlich von der Zeitschrift Capital ermittelten "Kunstkompass" lag, zählt zu den Pionieren der Video- und Performance-Kunst. Einen Namen hat sich der Dokumenta-Teilnehmer von 1968 vor allem mit Arbeiten gemacht, in denen es um Gewalt, Tod, Ängste und Bedrohungen geht. So etwa mit den seit den 70er Jahren entwickelten Skulpturen in Form begehbarer "Käfige", "Tunnel" oder "Korridore". 1999 wurde Nauman auf der Biennale in Venedig für sein Lebenswerk geehrt.

Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen Videoinstallationen aus den 80er Jahren wie die "Clown Torture" (Clown-Qual). Die neue Auszeichnung, eine der höchst dotierten in der bildenden Kunst, soll künftig jährlich vergeben werden. Mit der Verleihung startet die erste Düsseldorfer "Quadriennale", an der sich die Museen der Stadt und die Kunstakademie beteiligen. Bei dieser Ausstellungsserie wird auch unter dem Titel "Mental Exercises" (Geistige Übungen) eine Bruce Nauman-Präsentation zu sehen sein. (APA/dpa)

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