Gusenbauer kritisiert Verantwortliche

28. März 2006, 13:52
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SPÖ-Chef: "Wir haben die Lektionen aus der Vergangenheit gelernt"

Wien - Mit deutlicher Kritik an den Verantwortlichen für die Spekulationsgeschäfte meldete sich Samstag SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer in der Causa Bawag zu Wort. Er verurteilte unverantwortlichen Umgang mit dem Geld kleiner Sparer - und deponierte die Erwartung, dass "die Verantwortlichen auch einen persönlichen Beitrag zur Wiedergutmachung leisten". Versuche der Regierung, die Probleme der Bawag der SPÖ anzulasten, wies er zurück.

Gusenbauers gab seine erste Stellungnahme seit Bekanntwerden der Karibik-Geschäfte und der ÖGB-Haftung für Verluste im Rahmen seines Referats bei der Konferenz der Wiener SPÖ-Frauen ab. "Wann immer in der Vergangenheit Bankdirektoren mit dem Geld der kleinen Sparer unverantwortliche Spekulationsgeschäfte betrieben haben, so wird das von der SPÖ verurteilt", erklärte er wörtlich laut SPÖ-Pressedienst.

Lob spendete der SPÖ-Chef dem Bawag-Chef Ewald Nowotny: Dieser habe "in bemerkenswerter Art und Weise für Transparenz, Offenheit und Ordnung bei den Vorgängen um die Bawag gesorgt". Es sei im Interesse der hunderttausenden Sparer, einen verlässlichen Partner zu haben und im Interesse der tausenden Beschäftigten, einen sicheren Arbeitsplatz zu haben. "Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass Ewald Nowotny hier alles in Ordnung bringen wird."

Nicht zu akzeptierten sei es, wenn die Regierung nun versuche, von der eigenen Schreckensbilanz abzulenken, eine Bank madig zu machen und die Probleme der Bawag der SPÖ anzulasten: "Die Regierung soll ihre Hausaufgaben machen, statt die Sparerinnen und Sparer und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verunsichern", meinte Gusenbauer.

Er versicherte, dass die SPÖ, wann immer sie mit einer solchen Frage konfrontiert sei - bei privaten oder verstaatlichten Unternehmen - "die selben ethischen Standards" und "die selben strengen Kriterien" anlege. Und: "Wir haben in wirtschaftlichen Fragen die Lektionen aus der Vergangenheit gelernt." Ihm brauche niemand erzählen, was es heiße, ein Unternehmen oder eine Partei zu sanieren. "Das sollen uns Schüssel und Grasser erst einmal nachmachen und ihr eigenes vermurkstes Budget in Ordnung bringen ", sagte Gusenbauer abschließend.

Einige Zeit vor der Aussendung mit Gusenbauers Stellungnahme hatte ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka in einer Aussendung das bisherige Schweigen des SPÖ-Chefs kritisiert - und gefragt: "Wie lange bleibt Gusenbauer noch im 'SPÖ-Bermudadreieck BAWAG-ÖGB-ARBÖ' verschollen?" Lopatka forderte den SPÖ-Chef auf, endlich seine Verantwortung wahrzunehmen. (APA)

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