Montag tagt das erweiterte ÖGB-Präsidium

25. März 2006, 17:27
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Entscheidungsfindung in der Gewerkschaft noch im Gang

Wien - Die ÖGB-Spitzen treffen übermorgen, Montag, zu einer Krisensitzung zusammen: Am Montag - vermutlich Vormittag - tagt das erweiterte ÖGB-Präsidium, erfuhr die APA aus Gewerkschaftskreisen. Für offizielle Stellungnahmen war am Samstag kein Gewerkschaftsfunktionär zu haben. Offensichtlich gab es noch keine Entscheidung, wie der ÖGB darauf reagiert, dass Präsident Fritz Verzetnitsch und Finanzchef Günther Weninger der Bawag im Jahr 2000 im Alleingang eine Haftung des ÖGB gewährten.

Verzetnitsch selbst war weiterhin nicht für eine Stellungnahme erreichbar, dem Vernehmen nach könnte es am Sonntag einen Kommentar des Gewerkschaftschefs geben. Ob er sich an der Spitze des Gewerkschaftsbundes halten wird können, hängt maßgeblich vom mächtigen Metaller-Chef Rudolf Nürnberger ab, der ja auch die dominierende Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter anführt. Auch er hat sich bisher nicht geäußert. Nur ein einziger Gewerkschaftsboss wagte sich aus der Deckung: Druckergewerkschafts-Chef Franz Bittner forderte im "Standard" Konsequenzen - und stellte fest: "Diese Bank-Geschäfte sind mit der Moral und der Ethik des ÖGB nicht vereinbar."

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, der zum Sozialpartner Verzetnitsch eine gute Beziehung hat, rechnet laut "Kurier" (Sonntag-Ausgabe) allerdings "nicht damit, dass mir Fritz Verzetnitsch abhanden kommt".

Mit den Worten "Es ist atemberaubend" kommentierte der frühere SPÖ-Minister Hannes Androsch die Causa - konkret die Tatsache, dass Verzetnitsch und Weninger mit Bawag-Anteilen im Gewerkschaftsbesitz für Verlustgeschäfte der Bawag bürgten. Bisher nie um Kritik gegenüber der eigenen Partei verlegen, ließ er laut "Kurier" in dieser Causa sogar Mitgefühl mit SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer anklingen: "Gusenbauer bleibt nichts erspart. Das ist alles nicht sehr hilfreich im Wahlkampf." (APA)

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