Weltweit wird an 400 neuen Impfstoff-Projekten gearbeitet

25. März 2006, 15:05
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Neue Möglichkeiten des Schutzes vor Rota- und Papilloma-Viren sowie gegen Herpes Zoster vor Einführung in Österreich

Salzburg - Pharmafirmen arbeiten an den Impfstoffen der Zukunft: Weltweit laufen rund 400 Projekte, die bestehende Impfstoffe verbessern, neue Schutzimpfungen entwickeln oder alternative Verabreichungsarten andenken sollen. Das erklärte Astrid Dworan-Timbler, medizinische Direktorin bei der Sanofi Pasteur MSD GmbH, bei einem Pressegespräch anlässlich des Salzburger Impftages 2006 am Freitagabend in der Mozartstadt.

Die Experten schätzen, dass die Entwicklung neuer Impfstoffe immer teurer wird. Bis zu 800 Millionen Euro werde eine "neue" Impfung mit einer Entwicklungsphase von acht bis zwölf Jahren kosten, schätzte Dworan-Timbler.

In Österreich werden in den nächsten Monaten mehrere neue Schutzimpfungen auf den Markt kommen: So soll in der zweiten Jahreshälfte eine Schluckimpfung gegen das Rotavirus eingeführt werden. Es besonders bei Kleinkindern Brechdurchfall, der je nach Schwere des Verlaufs zu einem gefährlichen Flüssigkeitsverlust führen kann. Die Schluckimpfung soll 70 Prozent aller Infektionen sowie 100 Prozent aller Spitalsaufenthalte nach dieser Erkrankung verhindern.

Mit dem Jahreswechsel 2006/2007 wird in Österreich ein Impfstoff gegen Humane Papilloma Viren (HPV) auf den Markt kommen. HPV ist verantwortlich für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, der zweithäufigsten Karzinomart bei Frauen unter 45 Jahren in Europa.

Auch ein Schutz gegen Varicella-Zoster-Viren, die Gürtelrose verursachen, soll Anfang 2007 in Österreich erhältlich sein. Pro 1.000 Einwohner gibt es 1,3 bis fünf Fälle von Gürtelrose. Neue Kombinationsimpfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln-Varizellen sollen im Lauf des Jahre 2007 verfügbar sein. Und auch an einem neuen Impfstoff gegen Meningokokken wird gearbeitet.

Geforscht werde auch an alternativen Verabreichungsarten von Impfungen, berichtete Dworan-Timbler. Dazu gehören beispielsweise Versuche, Schutzimpfungen über Lebensmittel - wie Salat, Kartoffel oder Paradeiser - zu verabreichen.(APA)

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