Regierung berät über Schicksal Rahmans

27. März 2006, 20:56
10 Postings

Papst bittet um Gnade für Konvertiten - Rahman droht wegen "Abkehr vom Islam" Todesurteil

Kabul - Die afghanische Regierung hat Samstag früh Beratungen über das Schicksal des von der Todesstrafe bedrohten Christen Abdul Rahman aufgenommen. Das teilte eine Mitarbeiterin des Präsidentenpalasts in Kabul mit. Am Freitagabend war aus Regierungskreisen verlautet, der 41-Jährige werde möglicherweise in den kommenden Tagen freigelassen. Der für den Fall zuständige Richter sagte der Nachrichtenagentur AP indes, der Prozess werde fortgesetzt.

"Niemand hat mich unter Druck gesetzt", sagte Richter Ansarullah Mawlawi Sada. "Wir werden das Verfahren fortsetzen, wie es laut Verfassung meine Pflicht ist."

Rahman, der viele Jahre auch in Deutschland lebte, war vor 16 Jahren vom Islam zum Christentum übergetreten. Das kann nach dem in Afghanistan gültigen islamischen Recht mit dem Tode bestraft werden.

Papst bittet um Gnade

Papst Benedikt XVI. hat um die Begnadigung des Afghanen Abdul Rahman gebeten, dem wegen seines Übertritts zum Christentum die Todesstrafe droht. Das katholische Kirchenoberhaupt habe sich schriftlich an den afghanischen Präsidenten Hamid Karzai gewandt, berichtete am Samstag die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Ein hochrangiger afghanischer Regierungsbeamter versicherte unterdessen in Kabul, Karzai setze sich persönlich für den 41-jährigen Angeklagten ein. Möglicherweise werde Abdul Rahman, der viele Jahre in Deutschland verbracht hat, schon am Sonntag freigelassen.

In einem vom vatikanischen Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano übermittelten Brief habe Benedikt XVI. in den vergangenen Tagen seine Bitte an Karzai gerichtet, berichtete ANSA. Darin habe der Papst auf die in der afghanischen Verfassung verankerten Menschenrechte verwiesen. (APA/AP)

Share if you care.