Tod in Zelle in Linz: Keine weiteren Ermittlungen mehr

28. März 2006, 09:05
3 Postings

Zweite Prüfung um den Tod des Schubhäftlings Yankuba C. ist abgeschlossen - Zweifel an der Todesursache wurden stets dementiert

Linz - "Nichts Neues" lautet der knappe Schluss der Staatsanwaltschaft Linz nach einer neuerlichen Prüfung rund um den Tod des Schubhäftlings Yankuba C. (18). Wie berichtet, war der in Hungerstreik befindliche Gambier am 4. Oktober 2005 nach einer ärztlichen Untersuchung in einer Sicherungszelle der Linzer Polizei tot aufgefunden worden.

Für die Staatsanwaltschaft Linz dauerten die Ermittlungen nur drei Monate, Vorwürfe gegen die Polizei und erhebliche Zweifel an der Todesursache wurden stets dementiert. Im Februar dann die (vorläufige) Wende: Der Unabhängigen Verwaltungssenats (UVS) Linz erklärt die Schubhaft von Yankuba C. für "rechtswidrig". Das Justizministerium riet "aufgrund neuer Aspekte alles noch einmal zu prüfen". Der Staatsanwaltschaft Linz ist diese Anordnung laut Sprecher Dietmar Gutmayr zwar "bis heute nicht bekannt", geprüft wurde trotzdem erneut, das Resultat ist dasselbe wie damals.

Interessantes Detail: Das Büro für interne Angelegenheiten (BIA) des Innenministeriums rät in einem, dem STANDARD vorliegenden, Akt zu einem ernährungswissenschaftlichen Gutachten und zur Einvernahme eines behandelnden Polizeiarztes des Gambiers. Das Gutachten gibt es bis heute nicht, der Arzt verweigert seine Aussage und konnte bis dato weder von der Staatsanwaltschaft Linz noch vom UVS einvernommen werden. (mro, DER STANDARD Printausgabe 25/26.3.2006)

Share if you care.