Slowenien: Zustimmung für Jansa-Regierung fällt weiter - Umfrage

29. März 2006, 15:28
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Nur von 38 Prozent unterstützt - Sozialdemokraten verbessern sich - Mazedonien genießt für EU-Beitritt größte Unterstützung

Laibach - Nur 38 Prozent der slowenischen Bevölkerung unterstützen die konservative Regierung von Janez Jansa, Vorsitzender der Demokratischen Partei (SDS). Dies geht aus Ergebnissen der am Freitag veröffentlichten Umfrage des Laibacher Meinungsforschungszentrums hervor. 48 Prozent lehnen die Regierung demnach ab. Damit ist die Unterstützung der Jansa-Regierung seit Jänner um zwei Prozent gefallen. Wie der Leiter der als "Politbarometer" bezeichneten Umfrage, Niko Tos, erklärte, habe seit 2001 noch keine slowenische Regierung so stark an Gunst der Öffentlichkeit verloren.

Allerdings geht es auch der größten Oppositionspartei, den früher regierenden Liberaldemokraten (LDS), nicht allzu gut. Sie werden nur von 14 Prozent der Bevölkerung unterstützt (im Jänner 18). Im Aufwind ist die zweitgrößte Oppositionspartei, die Sozialdemokraten (SD), die sich auf 13 Prozent verbesserten (im Jänner 11). Alle andere Parteien, meistens Mitglieder Jansas Koalitionsregierung, liegen unter drei Prozent.

Gegen Privatisierung

Die Unzufriedenheit dürften nach wie vor die geplanten wirtschaftlichen und sozialen Reformen verursachen. So war eine große Mehrheit der Befragten gegen die "Privatisierung" (Verkauf an Ausländer) der größten slowenischen Bank Nova Ljubljanska banka und des staatlichen Telekom-Systems. Von der Einführung der Euro-Währung erwarten sich 54 Prozent "mehr Schlechtes als Gutes". Dass sich die Slowenen voraussichtlich Anfang 2007 auf Euro bald gewöhnen werden, könnte man jedoch daraus schließen, dass 76 Prozent der Befragten genau wussten, wie viel "wert" ein Euro ist - nämlich 239,65 Tolar.

Interessantes Ergebnis ergab die Frage, welche Kandidatenländer für die EU-Mitgliedschaft die Unterstützung verdienen. Überraschenderweise steht an ersten Stelle Mazedonien, dann folgen Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Bulgarien. Erst an vierter Stelle scheint das Nachbarland Kroatien und auf sechster - vor Albanien als Schlusslicht - Serbien auf.

Dem Meinungsforschungsprojekt "Politbarometer" wurden Anfang des Jahres die finanziellen Mittel der slowenischen Regierung entzogen. Umfrageergebnisse vom Dezember 2005, die "nur" eine 39-prozentige Unterstützung der Regierung ergaben, wurden als "falsch und unglaubwürdig" abqualifiziert. "Politbarometer"-Leiter Tos sagte am heutigen Freitag, man werde trotzdem weitermachen. Die Umfrage werde jedoch wegen finanziellen Mängel nicht mehr jeden, sondern lediglich jeden zweiten Monat durchgeführt werden können. (APA)

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