Serpentin, Geister und Aussichtsgipfel

    25. März 2006, 16:33
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    "Bernsteiner Gebirge": Ein echter Höhepunkt. Einst wurde dort Kupfer, Gold und Schwefel abgebaut

    Das für burgenländische Verhältnisse relativ hoch gelegene Bernstein hat eine lange Tradition als Bergbaugebiet, denn dort wurde einst Kupfer, Gold und Schwefel abgebaut. Als 1860 der Drechslermeister Höfer und der Pfarrer Ratz entdeckten, dass man das dort vorkommende Edelserpentin zu Schmuck und Ziergegenständen verarbeiten und die Erzeugnisse in viele Länder exportieren konnte, wurde die Gemeinde weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Die Burg - die höchstgelegene im Land -, in der schon Geister erschienen sein sollen, und das äußerst interessante Felsenmuseum locken viele Besucher an, doch auch die Wanderer finden rund um Bernstein lohnende Routen vor.

    Das Serpentinvorkommen sorgt für eine eigenartige Vegetation. Von den Kuppen der umliegenden Erhebungen genießt man eine sehr schöne Aussicht in die Bucklige Welt mit dem dominierenden Hutwisch, zu Ringkogel und Masenberg sowie in die westlichen Ebenen Ungarns.

    Wahrscheinlich nutzten bereits die Kelten die Bodenschätze, in den 1960er-Jahren soll man sogar nach Uran gesucht haben. Man passiert auch antike Hügelgräber, deren Bedeutung eine Informationstafel beschreibt. Die Funde der Archäologen befinden sich im Museum in Eisenstadt. Von Geistern und Hexen gibt es keine Spuren mehr.

    Wanderungen im "Bernsteiner Gebirge" erweisen sich als nicht besonders anstrengend oder gar schwierig. Die Beschilderung ist allerdings mitunter etwas verwirrend, auch die Markierungen wechseln häufig. Mit einiger Aufmerksamkeit aber findet man stets den richtigen Weg. Das kurze Stück neben der Bundesstraße 50 ist unangenehm.

    Die Route

    Vom Hauptplatz in Bernstein geht es in den Graben, bald darauf erreicht man den Wegweiser "Kienberg", dem man folgt. Auf grüner und oranger Markierung wandert man über mehrere freie Kuppen mit herrlicher Aussicht hinweg und steigt dann zur Straße beim Wenzelanger ab. Geradeaus wandert man über den Steinstückl hinweg, erreicht wieder eine Straße, der man nach rechts nach Redlschlag folgt. Gehzeit ab Bernstein 1¾ Stunden.

    Vorbei am Sportplatz wandert man in einen Graben, verlässt den Güterweg dann nach rechts, erreicht eine orangene Markierung, auf der es zu einem Serpentin-Steinbruch und zur Bienenhütte geht. Neben der B 50 geht es weiter, dann schwenkt die Markierung nach rechts, vorbei an den Hügelgräbern kehrt man nach Bernstein zurück. Gehzeit ab Redlschlag 2 Stunden.

    Gesamtgehzeit 3¾ Stunden, Höhendifferenz rund 400 m. Gasthaus in Redlschlag, meh rere Gasthöfe in Bernstein. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 137 (Oberwart) (Der Standard, Printausgabe 25/26.3.2006)

    Von
    Bernd Orfer
    • Artikelbild
      grafik: der standard
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