Teheran treibt Uran-Arbeiten weiter voran

28. März 2006, 11:14
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Zentrifugenkaskade in Natanz soll demnächst in Betrieb gehen

Wien – Ungeachtet der Beratungen des UNO-Sicherheitsrats über das iranische Atomprogramm treibt Teheran seine Arbeiten zur Uran-Anreicherung weiter voran. Nach Angaben von Diplomaten hat der Iran damit begonnen, in seiner Forschungsanlage in Natanz 164 Zentrifugen zu einer so genannten Kaskade zusammenzuschließen.

In solchen Kaskaden kann durch ein kompliziertes Verfahren Uran angereichert werden. Dieses kann je nach Anreicherungsgrad zur Energiegewinnung oder zum Atombombenbau genutzt werden.

Das Delikate an der Sache sei, dass der Iran durch die Inbetriebnahme der Kaskade das Wissen erlangen könne, eine solche Technologie zu meistern, sagten Diplomaten. Die Anlage in Natanz steht unter Kontrolle der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO). Anfang März hatten IAEO-Inspektoren berichtet, 20 Zentrifugen seien in Betrieb. Der IAEO-Gouverneursrat hatte von Teheran den Verzicht auf alle Anreicherungsaktivitäten verlangt. Das ist auch für die EU Voraussetzung für erneute Verhandlungen.

In die Beratungen des Sicherheitsrats schalten sich nun auch die Außenminister der fünf ständigen Ratsmitglieder USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und China ein. Bisher haben sich die Staaten auf keine gemeinsame Erklärung einigen können. Die USA und Großbritannien wollen sich nun zunächst mit Russland auf einen Text verständigen. (raa/DER STANDARD, Printausgabe, 25./26.3.2006)

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