USA: Seitwärtsbewegung aufgrund von Zinsängsten

28. März 2006, 19:41
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Ein Kommentar von Alexander Sikora-Sickl aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die US Aktienmärkte bewegten sich in der abgelaufenen Woche weitgehend seitwärts. Belastung für den Markt stellten vor allem Zinsängste dar, welche durch Aussagen von Fed-Chef Bernanke und vom überraschend kräftigen Anstieg der Produzentenpreise geschürt wurden.

Unterstützung erhielten die Aktien von einer Reihe positiver Unternehmensmeldungen. So verkündete die Investmentbank Morgan Stanley einen unerwartet starken Ergebniszuwachs für das abgelaufene Quartal infolge eines erfreulichen Ergebnisses im Aktien- und Anleihehandel. Ebenso überraschte Federal Express positiv. Der Paketzusteller konnte aufgrund des kräftigen Nachfrageanstieges seine Preise stärker als erwartet erhöhen.

Pharmaaktien profitierten von der Meldung, wonach Bristol-Myers Squibb in einem Vergleich den Patentschutz für sein umsatzstärkstes Medikament verlängern konnte. Zugewinne verbuchte Dell, nachdem der Computerkonzern für die kommenden drei Jahre eine verstärkte Auslagerung seiner Produktion nach Indien angekündigt hatte. Der Halbleiterwert Rambus, Zulieferer von Intel und AMD, legte nach einer Erhöhung seiner Umsatzprognosen zu.

Auf der Gewinnerseite stand diese Woche auch General Motors. Der angeschlagene Automobilhersteller wird 70.000 Mitarbeitern (1/3 der Belegschaft in den US-Produktionsanlagen) ein finanzielles Angebot (bis zu 140.000 USD/Person) für das vorzeitige Eintreten in den Ruhestand unterbreiten. Ein Annehmen dieses Angebotes an breiter Front könnte dem Unternehmen helfen langfristig deutliche Einsparungen bei den Personalkosten zu erzielen. Darüber hinaus gab eine Investorengruppe um KKR den Einstieg in die Hypothekentochter von General Motors bekannt. Das Konsortium zahlt GM für einen Anteil von 78 Prozent insgesamt 8,8 Mrd. US-Dollar

Für Enttäuschung im Technologiesektor sorgten diesmal drei Softwareunternehmen. So musste Microsoft die Markteinführung seiner ohnehin schon verspäteten neuen Windowsversion einmal mehr verschieben. Anstelle des geplanten Verkaufstarts im Sommer oder Frühherbst 2006 nannte das Unternehmen nun das Frühjahr 2007 als neues Ziel. Der Datenbankspezialist Oracle enttäuschte die Anleger wie bereits im letzten Quartal mit einer unerwartet schwachen Umsatzentwicklung bei Lizenzverkäufen. Eine Umsatzwarnung musste schließlich die auf Grafiksoftware spezialisierte Adobe Systems herausgeben.

Entscheidend für den weiteren Kursverlauf dürfte die Zinsentscheidung am kommenden Dienstag, vor allem die Aussagen Bernankes zur Konjunktur werden. Grundsätzlich lassen die zuletzt mehrheitlich positiven Unternehmensmeldungen weiteres Aufwärtspotenzial erwarten. Eine Zinserhöhung um 25Bp wird von der Mehrzahl der Marktteilnehmer erwartet und sollte in den Kursen eingepreist sein.

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