Launen wirken auf unsere Informationsverarbeitung

27. März 2006, 09:30
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Unterschiede bei alten und bei jungen Menschen

New York - Gute und schlechte Launen wirken sich auf die Informationsverarbeitung bei alten Menschen anders aus als bei jungen. Dies zeigt eine Studie des Georgia Institute for Technology. Die Psychologen zeigten 97 jungen und 94 älteren Personen zunächst Filmausschnitte, um sie in eine bestimmte gute oder schlechte Stimmung zu versetzen. Danach sollten die Teilnehmer nach der Lektüre eines Aufsatzes einschätzen, ob der Essay die Meinung des Autors widerspiegelt oder ob die vertretene Meinung vorgegeben war.

In schlechter Stimmung neigten die Älteren eher zu der falschen Auffassung, dass der Aufsatz der Haltung des Verfassers entspricht. Die jüngeren Teilnehmer achteten bei schlechter Stimmung dagegen eher auf Details, die für die gegenteilige Ansicht sprachen. Nach Ansicht der Psychologen müssen ältere Menschen sich bei schlechter Laune verstärkt auf die Aufrechterhaltung des inneren Gleichgewichts konzentrieren und können daher externe Informationen schlechter verarbeiten.

Bei guter Stimmung waren dagegen die Rollen vertauscht, wie die Zeitschrift "Psychology and Aging" berichtet: Die jungen Menschen waren unkonzentrierter, während die älteren Teilnehmer die Einzelheiten des Textes stärker berücksichtigten und besser differenzierten. "Hier sehen wir, dass junge Menschen lässiger werden und den Fokus verlieren, während ältere Leute sich eher auf die zu erfüllende Aufgabe konzentrieren", sagte Untersuchungsleiter Andy Mienaltowski. (APA/AP)

Abstract

Psychology and Aging: The Differential Effects of Mood on Age Differences in the Correspondence Bias
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