Paracetamol ist die häufigste Ursache von Leberversagen in den USA und Großbritannien

24. März 2006, 15:57
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Der Überdosierung liegt häufig eine Suizidabsicht zu Grunde

New York - Der Paracetamol-Wirkstoff Acetaminophen kann in großer Menge zu Leberversagen führen. Eine versehentliche Überdosierung von Paracetamol ist einer Studie zufolge in Großbritannien die häufigste Ursache von Leberversagen. Auch in den USA ist das Schmerzmittel laut einer anderen Untersuchung die größte Einzelursache dafür. Dort war das Mittel im Jahr 2003 für über die Hälfte aller Fälle von Leberversagen verantwortlich. Der Überdosierung liegt jedoch in fast 50 Prozent dieser Fälle eine Suizidabsicht zu Grunde.

"Acetaminophen ist wahrscheinlich das gebräuchlichste Mittel der ganzen Welt", sagte Untersuchungsleiter Robert Fontana von der Universität von Michigan dem "British Medical Journal". Demnach ist der Wirkstoff in vielen weiteren Präparaten enthalten, unter anderem gegen Erkältungen, Husten, Kopf- oder Muskelschmerzen. Die meisten Verbraucher sind sich dem Mediziner zufolge der Risiken einer Überdosierung nicht bewusst.

Fontana untersuchte die Fälle von 662 Patienten mit akutem Leberversagen in den Jahren 1998 bis 2003. Bei 275 davon war Acetaminophen die Ursache. In 48 Prozent der Fälle war die Überdosierung versehentlich, in 44 Prozent absichtlich, in acht Prozent war die Lage unklar. Bei den versehentlichen Überdosierungen hatten die Patienten, zumeist Frauen, das Mittel gegen chronische oder akute Schmerzen genommen. Teilweise spielte die Kombination mit Alkohol eine Rolle. Bei 35 Prozent der untersuchten Patienten führte das Leberversagen zum Tod. (APA/AP)

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