Finnischer Premier weist Kritik an Österreichs Vorsitz zurück

29. März 2006, 17:53
1 Posting

Von Plassnik in Brüssel angesprochen - "Kritik ist Einzelmeinung eines Oppositionspolitikers"

Brüssel/Helsinki - Der finnische Ministerpräsident Matti Vanhanen ist auf dem EU-Gipfel in Brüssel von Außenministerin Ursula Plassnik auf die vergangene Woche vom konservativen finnischen Politiker Jari Vilén geäußerten Kritik an Österreichs Vorsitzführung angesprochen worden. Vanhanen distanzierte sich laut finnischer Nachrichtenagentur STT mit Nachdruck von Viléns Äußerungen und betonte, dass es sich um die Einzelmeinung eines Oppositionspolitikers handle.

Er selbst und die Regierung in Helsinki teilten die Ansicht Viléns nicht. "Nach Meinung der (finnischen, Anm.) Regierung führt Österreich den Unionsvorsitz sachgemäß und effektiv", sagte Vanhanen laut STT. Vilén hatte bei einer Europa-Informationsveranstaltung in Jyväskylä vergangenen Samstag dem österreichischen Ratsvorsitz vorgeworfen, bisher zu lahm agiert zu haben. Deswegen drohe Finnland, das den EU-Vorsitz am 1. Juli von Österreich übernimmt, eine hohe Arbeitslast.

Blog-Eintrag

Vanhanen hatte bereits am Mittwoch auf http://www.mattivanhanen.net in sein Blog geschrieben:

"Ich habe gehört, dass über die Kritik eines Abgeordneten der Finnischen Sammlungspartei am Ratsvorsitz Österreichs in Österreich breit in den Zeitungen berichtet und die Kritik an der österreichischen Regierung 'Finnland' zugeschrieben wurde. Und in Finnland bekommt das wieder die Regierung zu hören ... Österreich hat seinen Ratsvorsitz gut begonnen und organisiert diese Woche sein erstes Gipfeltreffen. Ich stimme mit der Kritik wirklich nicht überein. Außerdem hat Österreich dankenswerten Kontakt mit uns gehalten. Vom Standpunkt der Regierung des Vorsitzlandes ist eine derartige Kritik aus dem Ausland in der eigenen Presse immer hart. Darauf gegenüber der heimischen Öffentlichkeit zu antworten, ist schwierig."

Beim Abendessen gerne

"Die Sammlungspartei wärmt bestimmt schon in Hinblick auf die finnische EU-Präsidentschaft auf. Ich kann schon voraussehen, dass wir die Kritik von wegen Mangel an 'Ehrgeiz' noch viele Male hören werden. Heute um sechs geht es auf nach Brüssel. Österreich hat mich gebeten, morgen das Treffen (mit einem Impulsreferat beim Abendessen, Anm.) zu eröffnen. Das mache ich gerne." (APA)

Share if you care.