"Liebespfeile" für vermehrten Nachwuchs bei Schnecken

25. März 2006, 18:00
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Damit wird dem Partner eine kleine Menge eines schleimigen Sekrets in den Körper injiziert

Wien - Auch die Legende von Amors Liebespfeil hat offenbar einen wahren Kern. Kanadische Forscher haben nämlich herausgefunden, dass die Sache jedenfalls bei Schnecken ausgezeichnet funktioniert, berichtet die Wissenschaftszeitschrift "New Scientist". Ein bei der Paarung eingesetztes Sekret erhöht nachweislich die Chancen auf Vaterschaft und dieses Sekret wird mit einem kleinen Kalk-Pfeil in den Partner injiziert.

Anatomen und Naturforschern sind die seltsamen Stacheln bei manchen Schneckenarten - darunter unserer Weinbergschnecke (Helix pomatia) - seit Jahrhunderten bekannt. Dass die Organe bei der Fortpflanzung eine Rolle spielen, wurde ebenso lange vermutet, daher kommt auch der Name Liebespfeil. Ein wissenschaftlich fundierter Erfolgsnachweis stand bisher allerdings aus.

Liebespfeil

Sowohl die nun untersuchten Schnecken der Art Cantareus aspersus wie auch die Weinbergschnecke sind Zwitter. Das bei der Paarung jeweils als Männchen agierende Tier setzt noch vor der eigentlichen Kopulation seinen Liebespfeil ein und impft damit dem Partner eine kleine Menge eines schleimigen Sekrets in den Körper.

Ronald Chase und Katarina Blanchard von der McGill University in Montreal (Kanada) konnten nun nachweisen, dass dieses Sekret die Chancen des jeweiligen Spenders auf Vaterschaft erhöht. Das Stechen mit dem Liebespfeil alleine reicht allerdings nicht aus. (APA)

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    Weinbergschnecken

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