Totholz als Übel und Lebensraum

24. März 2006, 15:19
2 Postings

Neues Programm: Bundesforste und BirdLife kooperieren zum Schutz der Spechte - Maßnahmen sollen optimiert werden

Wien - Für die einen - Forstexperten - ist Totholz ein Übel, das dringend beseitigt werden muss, für die anderen - Naturschützer - sind abgestorbene Bäume wichtige Nahrungsquelle und Lebensraum für bedrohte Tierarten. Um unter anderem diesem alten Problem auf den Leib zu rücken, haben sich nun die Österreichischen Bundesforste und die Vogelschutzorganisation BirdLife zusammengefunden und ein vierjähriges Schutzprogramm ins Leben gerufen.

Totholz wird im Zuge der so genannten Forsthygiene in bewirtschafteten Wäldern meist entfernt, da dieses als Brutstätte für Schädlinge wie den gefürchteten Borkenkäfer dient. Die fetten Larven, die abgestorbene Bäume gerne besiedeln, machen diese aber auch für viele Vögel zur beliebten Nahrungsquelle.

Programm

Ein Schwerpunkt des nun anlaufenden Programms ist den Spechten gewidmet, vor allem dem in den Bergwäldern lebenden Dreizehenspecht oder den seltenen Weißrückenspecht. Besonders Letzterer braucht Totholz zum Leben. Gemeinsam wollen Forstexperten und Ornithologen nun klären, wie der Anteil von Totholz in unseren Wäldern gesteigert werden kann, ohne dass gleichzeitig die Borkenkäfer-Gefahr steigt.

Die Fachleute wollen aber auch weitere Schutzmaßnahmen optimierten. Durch die gezielte Lenkung von Waldbesuchern und durch Verzicht auf forstliche Arbeit während der Brutsaison sollen die sensiblen Vogelarten während der Brut möglichst ungestört bleiben. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.