Kampf um Europacup-Startplätze

25. März 2006, 20:29
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GAK und Pasching im direkten Duell - Rapid beim Angstgegner - Ried will gegen Sturm endlich Sieg - Tirol in Mattersburg

Wien - Im Schatten des großen Schlagers zwischen Spitzenreiter Austria und Verfolger Red Bull Salzburg, in dem am Sonntag (15.30 Uhr/live Premiere) eine Vorentscheidung im Kampf um den österreichischen Fußball-Meistertitel fallen könnte, hat sich der Rest der Liga zusammengeschoben. Bis zu sechs Klubs kämpfen im finalen Viertel der T-Mobile Bundesliga um Tabellenplatz drei, der zu einer Teilnahme an der UEFA-Cup-Qualifikation berechtigt.

Meister Rapid liegt vor dem Samstag-Gastspiel (18:30 Uhr) bei Schlusslicht Admira punktegleich mit Vizemeister GAK und Superfund Pasching auf Rang vier. Die beiden Hauptkonkurrenten der Wiener auf einen Europacup-Platz stehen einander im direkten Duell in der UPC-Arena gegenüber. Der Tabellensechste Wacker Tirol gastiert nach dem 1:0-Heimsieg in der Vorwoche in Mattersburg und selbst dem 2006 noch ungeschlagenen Überraschungsteam Sturm Graz fehlen vor der Reise nach Ried nur vier Punkte auf Rang drei.

Rapid wider die Dursstrecke

Bereits drei Liga-Spiele in Folge hat Rapid nicht gewonnen. Dann setzte ein Magen-Darm-Virus in der vergangenen Woche auch noch die halbe Mannschaft außer Gefecht. Coach Georg Zellhofer musste im Training bis zu zehn Spieler vorgeben.

"Diese Woche war wirklich nicht einfach", meinte Zellhofer. "Aber es gibt keine Ausreden. Es tut nur weh, dass wir unser Heimspiel vergangenes Wochenende nicht austragen konnten. Da waren noch alle fit." Als Fixausfälle stehen nun der grippekranke Regisseur Bazina, Teamverteidiger Dober und Stürmer Lawaree fest, dazu kommen in Katzer, Martinez, Kincl, Stefan Kulovits, Mathias Dollinger und Markus Hiden sechs Akteure, die mit dem Virus kämpfen.

Jammern steht für den Rapid-Coach aber nicht zur Diskussion. "Vielleicht rückt die Mannschaft gerade jetzt enger zusammen", hofft der Hickersberger-Nachfolger. Die Zeit läuft aber gegen die Hütteldorfer. "Schon in eineinhalb Monaten wird abgerechnet. Da interessiert es niemanden mehr, ob wir Verletzte oder Kranke gehabt haben", erklärte Zellhofer, der als Saisonziel weiterhin Platz drei ansieht. "Der Europacup ist für Rapid entscheidend - für das Budget und für die Kadererstellung. Da brauchen wir uns nichts vormachen."

Die zweite Option auf einen internationalen Startplatz wäre der Cup, in dem Rapid im Viertelfinale steht, auf den sich Zellhofer aber keineswegs verlassen will. "Wenn wir jetzt nicht punkten, haben wir wenig Chancen, auch wenn die Konkurrenten um Platz drei zuletzt ebenfalls Boden verloren haben. In den zwei Spielen gegen die Admira müssen wir Minimum vier Punkte holen, im besten Fall sogar sechs", forderte der Rapid-Trainer. "Die Konstellation ist für beide Teams schwierig. Auch der Admira hilft nur ein Sieg."

Denn nach der 0:1-Heimniederlage im "Sechs-Punkte-Spiel" gegen Mattersburg fehlen der Admira bereits zehn Punkte auf den vor dem Abstieg rettenden neunten Platz. "Wir müssen trotzdem mit der Einstellung reingehen, dass wir es noch schaffen können", meinte Cheftrainer Hubert Baumgartner. "Wir müssen das Glück beim Schopf packen, denn uns steht eine ganz schwere Woche bevor." Die Südstädter treffen inklusive Nachtragsspielen zwei Mal auf Rapid und auswärts auf Spitzenreiter Austria.

"Vielleicht können wir ja an die positiven Resultate gegen Rapid anschließen", hoffte Baumgartner. In der laufenden Saison hat der Meister gegen seinen "Angstgegner" aus der Südstadt nämlich noch nicht gewonnen. "Aber ich habe ganz andere Sorgen als nur die Admira", erinnerte Zellhofer an sein überfülltes Krankenzimmer.

Für Ried zählt nur der Sieg

Der Aufsteiger aus Ried hat 25 Spiele in Folge oder seit mehr als 560 Tagen (0:2 in der Red Zac Ersten Liga gegen FC Kärnten) zu Hause nicht verloren. "Für uns zählt nur der Sieg. Es müssen endlich drei Punkte her", verlangte Trainer Heinz Hochhauser den ersten Liga-Sieg im Jahr 2006. "Zuletzt war unser Spiel immer besser als die Ergebnisse." So auch bei der 0:1-Niederlage vergangene Woche in Graz.

Mit einem internationalen Startplatz spekuliert der Ried-Coach nicht: "Da müssten schon Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. Das kommt aber äußerst selten vor", erläuterte der Fußball-Professor. "Ich erwarte mir nur, dass wir auf die Siegerstraße zurückkehren."

Dort befindet sich Sturm trotz finanzieller Turbulenzen. "Ich habe schon gewusst, dass wir gut sind. Aber diese Konstanz hat sogar mich überrascht", meinte Trainer Michael Petrovic, der es als positiv erachtet, dass Präsident Hannes Kartnig bis 2009 weitermachen will. "Unser Ziel, den Klassenerhalt, haben wir längst erreicht. Ich bin neugierig, wie die jungen Spieler jetzt mit der Situation umgehen, dass wir sogar nach vorne eine Chance haben."

Pasching gegen GAK

Pasching peilt in Graz den dritten Sieg gegen den GAK in weniger als 20 Tagen an. Unter Neo-Trainer Didi Constantini haben die Oberösterreicher im Cup 3:1 und in der Liga 1:0 gegen die Grazer gewonnen. "Ich lasse mich von den zwei Siegen nicht blenden. Unser Ziel ist es aber, international zu spielen", betonte Constantini, der als interimistischer Nachfolger von Andreas Heraf nichts vom viel zitierten Trainereffekt wissen will: "Man kann in drei Wochen nicht aus schlechten Spielern gute Spieler machen."

Trotz Niederlagenserie hält der GAK immer noch Platz drei, Trainer Lars Söndergaard sieht sich aber keinem Druck ausgesetzt, will sich der Klub doch primär finanziell konsolidieren. "Vier Niederlagen in Folge sind trotzdem genug", meinte der Däne. "Das muss sich ändern. Wir wollen die Wende einleiten."

Tirol in Mattersburg

Die scheint SV Mattersburg mit dem 1:0-Erfolg im Nachtrags-"Kellerderby" auswärts gegen Admira, die nun auch nach Verlustpunkten sieben Zähler hinter den Burgenländern liegt, gelungen. "Jetzt hört das Gerede vom Abstiegskampf endlich auf", verkündete SVM-Coach Franz Lederer. "Wir wollen auch gegen Tirol drei Punkte." Die Tiroler haben zuletzt aber drei Ligaspiele in Folge zu Null gewonnen. "Wir müssen von Spiel zu Spiel denken, aber möglich ist alles", meinte Wacker-Trainer Stanislaw Tschertschessow, dessen Team nach der 0:2-Auswärtsniederlage im Cup gegen die Austria seit Mittwoch in Wien residierte. (APA)

SAMSTAG:

  • Liebherr GAK - FC Superfund Pasching (UPC-Arena, 18:30 Uhr, Schiedsrichter Falb). Bisherige Saisonergebnisse: 0:1 (auswärts), 0:0 (heim), 0:1 (a)

    GAK: Schranz - Plassnegger, Ehmann, Sonnleitner, Hieblinger - Standfest, Muratovic, Junuzovic, Pirker, Amerhauser - Kollmann. Ersatz: H. Lienhart - Pötscher, Kujabi, Schenk, Lechner, Bleidelis, A. Lienhart Es fehlen: Schrott (gesperrt), Sick, Hassler (beide Knieverletzung), Majstorovic (Achillessehne), Skoro (Muskelfasereinriss)

    Pasching: Schicklgruber - Kovacevic, Baur, Chaile, Ortlechner - Kabat, Chiquinho, Sariyar, Vorisek, Ketelaer - Pichlmann. Ersatz: Gspurnig - Wisio, Bolter, Schoppitsch, Karatay, Gilewicz, Milojevic, Brabec, Bubenik, M'Bock Fraglich: Chaile (Muskelprobleme)

  • Nordea Admira - SK Rapid Wien (Bundesstadion Südstadt, 18:30 Uhr, SR Hofmann). Bisherige Saisonergebnisse: 1:1 (h), 1:0 (a)

    Admira: Mandl - Wimmer, Pecelj, Horvath, Morgenthaler - Panis, Bjelica, M. Wagner, Landerl - Bule, Saglik. Ersatz: M. Knaller - B. Schachner, D. Wolf, Hoffer, Egressy, Gramann, Osoinik Es fehlen: Pashazadeh, Flögel (beide gesperrt)

    Rapid: Payer - Markus Hiden, Martin Hiden, Valachovic, Adamski - Garics, Bejbl/Korsos, Hlinka, Kavlak - Kincl, Akagündüz. Ersatz: Hedl - Burgstaller, Kienast, Katzer, Martinez, St. Kulovits, Mathias Dollinger Es fehlen: Bazina (Grippe), Dober (Bänderzerrung im Knie), Lawaree (rekonvaleszent nach Nasen- und Mandel-Operation) Fraglich: Katzer, Martinez, Kincl, St. Kulovits, Mathias Dollinger, Markus Hiden (alle Magen-Darm-Virus)

  • SV Mattersburg - FC Wacker Tirol (Pappelstadion, 18:30 Uhr, SR Steiner). Bisherige Saisonergebnisse: 2:4 (a), 0:0 (h), 0:2 (a)

    Mattersburg: Borenitsch - Mravac, Patocka, Ratajczyk - Kaintz, Kühbauer, E. Kulovits, Mörz, Fuchs - Naumoski, Th. Wagner. Ersatz: Böcskör - Pauschenwein, Atan, Hanikel, R. Wagner, Mössner, C. Ivanschitz Es fehlen: Kausich (gesperrt), Schmidt, Lang (beide rekonvaleszent)

    Tirol: Pavlovic - Mimm, H. Eder, Feldhofer, Tapalovic - Hölzl, Hattenberger, Brzeczek, Kolousek, Windisch - Pacanda. Ersatz: Planer - Knabel, Gruber, Schreter, Sturm, Grüner, Seelos, Martin Dollinger Es fehlen: H. Aigner (gesperrt), Alexander Hörtnagl (Muskuläre Probleme) Fraglich: Kolousek, Hattenberger (beide kränklich), Aganun (Knöchelverletzung)

  • SV Josko Ried - SK Puntigamer Sturm Graz (Fill Metallbau-Stadion, 18:30 Uhr, SR Krassnitzer). Bisherige Saisonergebnisse: 1:3 (a), 2:1 (h), 0:1 (a)

    Ried: H.-P. Berger - Brenner, M. Berger, Kablar, A. Schicker - Seo, Berchtold, Michalik, Drechsel, Dabac - Kuljic. Ersatz: Michl - Angerschmid, Th. Eder, Sulimani, Henrique, Rasinger, Kastner, P. Wolf, Tesevic, Brunmayr Es fehlt: Glasner (gesperrt)

    Sturm: Szamotulski - Krammer, Mörec, Verlaat, Sarac - Salmutter, Neukirchner, Filipovic, G. Säumel, Leitgeb - Rabihou. Ersatz: Gratzei - Rauter, Rottensteiner, Tsimba, Kienzl, Nzuzi Es fehlen: Ledwon (gesperrt), Ertl (Knöchelverletzung), J. Säumel (Leistenprobleme)

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      Lars Söndergaard und der GAK stehen vor einer schwierigen Aufgabe.

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