Vortrag: Der lange Weg der "familiären" Gewalt in das öffentliche Interesse

24. März 2006, 13:21
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Von Gewaltschutzgesetz und Stalking

Die ungleiche Machtverteilung zwischen den Geschlechtern spiegelt sich auch im Strafrecht wider, da lange Zeit ausschließlich Männer darüber entschieden, welche Übergriffe auf welche Rechtsgüter unter welchen Umständen mit gerichtlicher Strafe bedroht werden sollten. Nur so ist erklärbar, dass Vergewaltigung in der Ehe lange gar nicht als solche strafbar und bis April 2004 gewissermaßen "privilegiert" war. Neben den rechtlichen Barrieren erschwerten auch faktische massiv den Zugang zu effektivem Rechtsschutz gegen Gewalt in der Familie. Erst durch das so genannte "Gewaltschutzgesetz" wurde den Betroffenen ein wirksames Instrumentarium zu ihrem Schutz zur Verfügung gestellt. Ob dieses Instrumentarium künftig auch Opfern von Stalking zur Verfügung stehen soll, ist nach wie vor umstritten und soll im Vortrag diskutiert werden.

Beclin, Katharina: Studium der Rechtswissenschaften, seit 1993 Universitätsassistentin am Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Wien, seit 1995 in der Lehre tätig (red)

Vortrag:
Der lange Weg der "familiären" Gewalt in das öffentliche Interesse
von Univ. Ass. Mag. Dr. Katharina Beclin (Wien)
im Rahmen der Seminarreihe Feministische Theorie und Geschlechter- forschung
Mittwoch, 29. März 2006,
18.30 Uhr

Institut für Wissenschaft und Kunst
Berggasse 17
Seminarraum 3
1090 Wien

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