Welches Maß sagt was

22. Jänner 2007, 16:30
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Kaum zu glauben, dass sich mit einem Maßband das Herzinfarktrisiko abschätzen lässt - Body Mass Index versus Waist to Hip Ratio

Arnold Schwarzeneggers BMI als Mister Universum war erschreckend hoch. Nach der WHO Tabelle wäre der Muskelmann mit einem Wert von 31 schwer übergewichtig gewesen. Stimmt natürlich nicht, aber genau das ist die Schwäche des Mass - Systems: der BMI kann Muskelmasse und Fettmasse nicht unterscheiden. Er dient lediglich der Klassifizierung unseres Gewichts. Für einen Kraftsportler ist diese Methode daher sicher kein Parameter um eine Einschätzung bezüglich eines gesundheitlichen Risikos abzugeben.

WHR - das Maß zur Körper - Fettverteilung

Für das Gesundheitsrisiko viel eher von Bedeutung ist der WHR Wert, der unsere Körperfettverteilung messen kann. In einer Studie wurde nachgewiesen, dass vor allem der viszerale Fettanteil eine wesentliche Rolle spielt: eine Interheartstudie (The Lancet 366 (2005), 1640–1649) durchgeführt an 27.000 Menschen in 52 verschieden Ländern zeigte, dass die WHR (Waist to Hip Ratio) im Vergleich zum BMI (Body Mass Index) das Herzinfarktrisiko wesentlich besser anzeigt. WHR heißt "Waist to Hip Ratio" und bedeutet Bauchumfang dividiert durch Hüftumfang. Das was dabei heraus kommt, ist die Körperfettverteilung, die sich vereinfacht in zwei Typologien unterscheiden läßt: der Apfeltyp mit großem Bauch- und kleinem Hüftumfang und den vielzitierten Birnentyp, wo die Taille schmal, die Hüfte dafür "weiblich" breiter angelegt ist.

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  BMI (kg/m²) Risiko für Begleiterkrankungen
Untergewicht < 18,5 niedrig
Normalgewicht 18,5 - 24,9 durchschnittlich
Übergewicht ≥ 25  
Präadipositas 25,0 - 29,9 gering erhöht
Adipositas Grad I 30,0 - 34,9 erhöht
Adipositas Grad II 35,0 - 39,9 hoch
Adipositas Grad III 40,0 sehr hoch

Gewichtsklassfikation bei Erwachsenen entsprechend dem BMI (WHO, 2000)

WHR - Apfel- oder Birnentyp?

Typisch für die Apfelform ist die Vermehrung von Fettgewebe im Bauchbereich (=Taillenumfang), deshalb auch die Bezeichnung abdominale oder viszerale Form der Fettverteilung. Die Birnenform, die man im Gegensatz zur Apfelform häufiger bei Frauen findet, zeigt eine Fettvermehrung vor allem im Bereich des Gesäßes, der Hüften und im Oberschenkelbereich.

"Böses Fett" um die Bauchorgane

Besonders das Fett des Bauchumfanges gilt als gefährlich. Der intraabdominelle-viszerale Fettanteil (Fett um die inneren Bauchorgane) wird heute als Ursache für die Entstehung der kardiovaskulären (Herzinfarkt, Schlaganfall etc.) und metabolischen (Diabetes Mellitus II etc.) Erkrankungen angesehen. Das viszerale Fett wird im Vergleich zum Unterhautfettgewebe wesentlich rascher verstoffwechselt.

Einfache Messung vor dem Spiegel

Die Notwendigkeit der Messung von Taillen- und Hüftumfang ist offensichtlich. Gemessen wird der Bauchumfang im Stehen zwischen Unterrand der untersten Rippe und Beckenkamm, etwa in Nabelhöhe. Gemessen wird der Hüftumfang in Höhe des Trochanter major (seitlicher Hügel am oberen Ende des Oberschenkelknochens) beziehungsweise auf der Höhe der größten Breite.

Grenzwerte

Männer mit einem Taillenumfang von weniger als 94 Zentimetern sind trotz eines BMI von 25 bis 30 noch nicht gefährdet. Menschen mit demselben BMI, aber einem Taillenumfang von über 102 Zentimentern müssen dagegen zu den Hochrisikopatienten gezählt werden. Für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre schlägt das Lipidforum Austriacum derzeit einen Grenzwert des Taillenumfanges von 70 Zentimeter vor. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Frauen mit einer WHR über 0,85 und bei Männern bei einer WHR über 1,0. (phr)

BMI - ein Maß für das Körpergewicht

Body Mass Index =
Körpergewicht in kg / Körpergrösse in m²
  • Mit einem einfachen Maßband kann der Bauchumfang gemessen werden.
    foto: der standard/cremer

    Mit einem einfachen Maßband kann der Bauchumfang gemessen werden.

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