Österreicher wieder etwas optimistischer

24. März 2006, 21:40
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Aber nur 35 Prozent empfinden die Gegenwart als "glückliche Zeit" - Pessimisten "knausern" mehr

Die Österreicher werden wieder etwas optimistischer. Das geht aus einer Studie des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS hervor, die am Freitag veröffentlicht worden ist. Der Anteil derer, die meinen in einer "schwierigen Zeit" zu leben, ist seit vergangenem Herbst von 58 auf 43 Prozent gesunken. Ihnen stehen allerdings auch nur 35 Prozent gegenüber, die die Gegenwart als "glückliche Zeit" empfinden. Das immer noch "überwiegende Unbehagen" bremse die Konsumfreudigkeit, so die Studienautoren.

Im Zeitraum von 24. Februar bis 13. März 2006 hat IMAS persönliche Interviews mit 1.000 repräsentativ für die Bevölkerung über 16 ausgewählten Personen geführt. 37 Prozent der Österreicher gaben dabei an, ihre Konsumausgaben in letzter Zeit zurückgeschraubt zu haben, nur zwölf Prozent haben mehr ausgegeben. Am stärksten war dieser Trend bei älteren Leute sowie bei den Ostösterreichern zu erkennen. Pessimisten "knausern" deutlich mehr als Optimisten.

Gedanken über Lebenshaltungskosten

Die bange Frage, welche Belastungen in nächster Zeit auf sie zu kommen werden, beschäftigt 57 Prozent der Österreicher, 50 Prozent machen sich Gedanken sich über die Höhe der Lebenshaltungskosten. Es zeigte sich, dass diese Sorgen bei jungen Leuten häufiger sind als bei älteren. Die Wirtschaftslage im Land beschäftigt 48 Prozent.

Weniger Leute machen sich Gedanken um sichere Anlageformen (30 Prozent) oder Aktienkurse (neun Prozent). Aber immerhin 47 Prozent der Österreicher stellen sich die Frage, ob sie einen ausreichenden finanziellen Polster für unvorhergesehene Ereignisse haben, 44 Prozent plagt die Sorge, ob sie gut genug versichert sind. Der Notgroschen für schlechte Zeiten oder ein umfassender Versicherungsschutz hat für die ältere Generation größere Bedeutung als für jüngere Leute.

Sicherheit des Arbeitsplatzes

39 Prozent sorgen sich um die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes, 46 um die Entwicklung ihres Einkommens. Bei Fragen, die den Arbeitsmarkt betreffen, ist die Schere zwischen Jung und Alt naturgemäß besonders groß: Während sich 55 bis 57 Prozent der unter 50-Jährigen um ihren Arbeitsplatz und die Entwicklung ihres Einkommens sorgen, sind es bei den Leuten über 50 nur 14 (Arbeitsplatz) beziehungsweise 31 Prozent (Einkommen).

Die Sorge um die Einkommensentwicklung beschäftigt Leute mit Volks- oder Hauptschulabschluss deutlich weniger (35 Prozent) als besser Ausgebildete (49 bis 53 Prozent), ebenso verhält es sich bei der Arbeitsplatzsicherheit (26 gegenüber 43 bis 47 Prozent). Sichere und gut verzinste Geldanlagen interessieren eher höher Qualifizierte. (APA)

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