"Ehren-Vereinbarung" zwischen Stammesführern und Armee

27. März 2006, 20:11
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Terrorverdächtige sollen künftig an Sicherheitskräfte übergeben - Zwölf Tote nach Anschlägen in Bagdad

Hilla/Bagdad - Sunnitische arabische Stammesführer aus dem so genannten "Todesdreieck" südlich von Bagdad haben eine "Ehren-Vereinbarung" mit der irakischen Armee geschlossen. Darin sichern sie den irakischen Sicherheitskräften Hilfe bei der Fahndung nach Terroristen zu. Wie ein Armeesprecher am Freitag mitteilte, übergaben die Stammesältesten aus Hilla den Soldaten direkt acht Verdächtige, die an Angriffen in der Stadt beteiligt gewesen sein sollen.

Neues Blutvergießen in Bagdad: Zwölf Tote

In einem Bagdader Sunniten-Viertel sind am Freitag vier Mitarbeiter einer Bäckerei und ein Polizist bei einem Anschlag getötet worden. Die Täter hätten die Opfer mit Maschinenpistolen erschossen, teilte die Polizei mit. Anschließend hätten sie vor dem Gebäude eine Schachtel mit einer darin verborgenen Bombe hinterlassen. Beim Öffnen löste ein Polizist eine Sprengfalle aus, er starb bei der Explosion. Ein anderer Polizist wurde verletzt. Der Vorfall ereignete sich in dem Viertel Saidiya.

In dem schiitischen Stadtteil Al-Binuk im Norden Bagdads fand die Polizei unterdessen sieben Leichen auf der Straße. Sie waren an den Händen gefesselt und wiesen Einschusslöcher am Kopf auf.

Ein Selbstmordattentäter hat sich am Freitag in der Sunniten-Hochburg Falluja neben einem US-Militärkonvoi in die Luft gesprengt. Ein Polizeisprecher in der westirakischen Stadt sagte, mehrere Soldaten seien durch die Detonation der Autobombe verletzt worden. Dies bestätigte das amerikanische Militär zunächst nicht.

Großrazzia in West-Bagdad

Bei einem Gefecht in Mahawil, 70 Kilometer südlich von Bagdad, starb nach Angaben der irakischen Armee ein mutmaßlicher Terrorist. Drei weitere Angehörige seiner Gruppe seien festgenommen worden, hieß es. Ein Sprecher des Innenministeriums in Bagdad erklärte, irakische Armeeverbände hätten eine Großrazzia in West-Bagdad begonnen.

Auch die US-Armee berichtete, ihre Soldaten hätten bereits am Mittwoch auf der Suche nach Terroristen mehrere Viertel im Westen der Hauptstadt durchkämmt. In der Region hatten Anfang der Woche Extremisten wahllos auf schiitische Pilger geschossen, als diese von einer großen religiösen Feier in ihrer heiligen Stadt Kerbala zurückkehrten. (APA/dpa/red)

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