Japanisches Gericht ordnet Betriebsstopp für Atommeiler an

24. März 2006, 23:20
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AKW steht an stark erdbebengefährdeter Stelle

Tokio - Die Atomkraftgegner in Japan haben einen Erfolg errungen: Ein Gericht in der westjapanischen Provinz Ishikawa ordnete am Freitag einen Betriebsstopp für den zweitgrößten Atommeiler des Landes an. Der 55. Reaktor Japans war erst Mitte des Monats ans Netz gegangen. Das Gericht folgte jedoch der Forderung einer Bürgergruppe, den Meiler stillzulegen, da er an einer stark erdbebengefährdeten Stelle liege.

Der Betreiber Hokuriku Electric Power hatte dagegen behauptet, alle nötigen Sicherheitsmaßnahmen getroffen zu haben. Eine Gruppe aus 135 Bürgern mehrerer Provinzen war im Mai vergangenen Jahres mit der Forderung einer Stilllegung vor das Gericht gezogen.

Häufige Zwischenfälle

Japanische Betreiber von Atomkraftanlagen sahen sich angesichts starken Widerstands in der örtlichen Bevölkerung sowie geringerer Elektrizitätsnachfrage in jüngster Zeit gezwungen, jahrzehntelange Baupläne für Atomkraftwerke aufzugeben. Immer wieder kommt es in japanischen Atomkraftwerken zu Zwischenfällen. Erst in dieser Woche war in einer Anlage für radioaktiven Müll in der westlichen Provinz Fukui Feueralarm ausgelöst worden. Zwei Arbeiter erlitten wegen inhaliertem Rauchs leichte Verletzungen. Vor zwei Jahren waren bei einem Leck vier Mitarbeiter im Mihama-Atomkraftwerk in Fukui durch heißen Dampf ums Leben gekommen und mehrere andere verletzt worden. (APA/dpa)

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