Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Gerhard Randa

24. März 2006, 10:59
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Ex-Justizminister Böhmdorfer soll im Auftrag eines Klienten Strafanzeige erstattet haben - Randa weist Vorwürfe zurück

Wien - Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt derzeit neben dem Refco-Karibik-Krimi in einer weiteren brisanten "Bankenaffäre", berichtet das "WirtschaftsBlatt" in seiner Freitag-Ausgabe. Am Landesgericht Wien seien gerichtliche Vorerhebungen (Aktenzahl 245 Ur 416/05) gegen den Ex-BA-CA-General Gerhard Randa und zwei Holdingmanager anhängig. Das habe Staatsanwalt Walter Geyer bestätigt.

Das Vorverfahren dreht sich laut Bericht um den Verdacht der Untreue (Paragraph 153 StGB) sowie den Verdacht anderer Vergehen (Paragraph 255 Aktiengesetz, Paragraph 41 Privatstiftungsgesetz, Paragraph 122 GmbHGesetz).

"Vermögensverschiebung"

Die Strafanzeige stamme aus der Feder von Ex-Justizminister und Anwalt Dieter Böhmdorfer. Anzeiger sei der Kleinanleger Dr. Herbert Werner.

Im Mittelpunkt der Anzeige steht laut "WirtschaftsBlatt" die Veräusserung der BA-CA-Industriebeteiligungen an die B&C-Gruppe (B&C Holding, B&C Privatstiftung) im Jahr 2000. "Die unglaubliche Vermögensverschiebung von der BA-CA an die B&C Holding wurde von Gerhard Randa (...) gesteuert", heißt es laut Bericht in dem Schriftsatz. "Die von der B&C Holding erbrachte Gegenleistung wird als Genussrecht bezeichnet. Die für den Erwerb des Beteiligungsimperiums erbrachte Gegenleistung wird offenkundig deshalb verschleiert und verschwiegen, weil sie unangemessen gering ist, wodurch die Rechte der Aktionäre der BA- CA geschmälert werden." Weiter wird im Bericht zititert: Möglich sei die Schaffung dieses B&C-Konzerns "nur durch Missbrauch an der Spitze der BA-CA insbesondere durch Randa (...)" gewesen. Aus der angeblichen "Ausnützung von Mehrfachfunktionen", "Anwendung von Insiderwissen von der BA-CA an die B&C", und "geringer Gegenleistung" folgert der Anzeiger "einen Verdacht der Untreue".

Randa und die B &C Privatstiftung weisen die Vorwürfe zurück. Sämtliche Unterlagen seien der Staatsanwaltschaft vorgelegt worden, aus denen hervorgehe, dass alle gesetzten Rechtshandlungen durch einstimmige Beschlüsse gedeckt seien. Zudem sei "aus den Unterlagen zwingend abzuleiten, dass es keinen Schaden für wen auch immer gibt".

Parallel zum Strafverfahren versuche Böhmdorfer seit geraumer Zeit, die Stiftungskonstruktion vor den Zivilgerichten zu Fall zu bringen. Böhmdorfers Mandant ist laut Bericht Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger, der sich als Aktionär der BA-CA übervorteilt fühlt. Durch die Auslagerung der Industriebeteiligungen in die Stiftung wäre den Aktionären der Zugriff auf die Vermögenswerte widerrechtlich entzogen worden, laute der Vorwurf. (APA)

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