Der EU-Militäreinsatz im Kongo

29. Juli 2006, 22:12
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Wahlen sollen abgesichert werden

Hamburg - Mit rund 1500 Soldaten unter deutscher Führung will die Europäische Union die im Juni geplanten Wahlen in der krisengeschüttelten Demokratischen Republik Kongo absichern. Nach einem ersten Kongo-Einsatz (Artemis) vom Juni 2003 und der Übernahme der Militärverantwortung in Bosnien-Herzegowina Ende 2003 ist dies die dritte größere Militäraktion unter EU-Kommando.

Kritiker halten den Einsatz für gefährlich. Morde und Kämpfe zwischen verfeindeten Rebellengruppen sind an der Tagesordnung. Auf mögliche Konfrontation mit Kindersoldaten sind die Soldaten kaum vorbereitet.

Kinshasa und Umgebung

Der Einsatz ist auf wenige Monate befristet und auf die Hauptstadt Kinshasa und ihre Umgebung beschränkt. Vom weit entfernten Potsdam aus soll das Führungskommando der Bundeswehr den Gesamteinsatz leiten. Vor Ort haben die Franzosen das Kommando. An der Mission sollen sich laut Plan außer Deutschland und Frankreich mit kleineren Kontingenten auch Österreich, Spanien, Polen, Schweden, Belgien, Italien, Griechenland, Irland, Großbritannien und Portugal beteiligen.

Nur etwa 450 Mann der multinationalen Streitmacht werden in Kinshasa stationiert. Der Rest wird außerhalb des Landes zur Verstärkung bereit gehalten, etwa im nahen Gabun und auf See.

Die EU-Mission hat drei vorrangige Aufträge: Den Schutz von Wahlbeobachtern und anderen Zivilpersonen, die Sicherung des Flughafens im Nordosten von Kinshasa und die Unterstützung der schon anwesenden UN-Blauhelmsoldaten in kritischen Situationen. Für den Einsatz braucht die EU noch ein formelles Mandat der Vereinten Nationen. (APA/dpa)

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