Gerhard Schröder wird Berater von Bankhaus Rothschild

27. März 2006, 20:08
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Altkanzler soll internationale Expertise einbringen

Berlin - Der deutsche Altkanzler Gerhard Schröder wird einem Zeitungsbericht zufolge Berater der Investmentbank Rothschild. Der SPD-Politiker werde in den Europäischen Beirat des Bankhauses eintreten, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vorab aus ihrer Freitagausgabe unter Berufung auf Finanzkreise.

Dort solle er seine internationale Expertise vor allem in Wachstumsregionen wie Osteuropa, Russland, der Türkei und China einbringen. Um den Anschein von Interessenkonflikten zu vermeiden, werde er die Bank aber nicht in ihrem Deutschland-Geschäft beraten. Die Bestellung Schröders in den Beirat werde Rothschild wohl am Freitag bekannt geben.

Weniger lukrativ

Der Posten werde für Schröder finanziell weniger lukrativ sein als die Aufgaben bei der Ostsee-Pipeline-Gesellschaft, beim Ringier-Verlag oder als seine Auftritte als Redner, berichtete die Zeitung. Häufig würden Beiratspositionen in Banken nur mit einem mittleren fünfstelligen Honorar pro Jahr vergütet. Schröder werde lediglich an zwei oder drei Beiratssitzungen im Jahr teilnehmen.

Der Wechsel Schröders an die Spitze des Aufsichtsrats des Konsortiums zum Bau der Ostsee-Gaspipeline war in Deutschland auf heftige Kritik gestoßen, weil Schröder das Projekt als Kanzler gefördert hatte. Die Gasleitung durch die Ostsee wird von einem Konsortium um den russischen Staatsmonopolisten Gazprom sowie den deutschen Konzernen E.ON und BASF gebaut. Am 29. März soll Schröder zum Aufsichtsratschef gewählt werden. (APA/Reuters)

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