Englisch löst bei Chirac Schock aus

14. Juni 2006, 11:50
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Frankreichs Präsident verließ mitsamt der Delegation wegen Englisch den Saal - Berlusconis verzichtete auf "Kriegserklärung"

Brüssel – Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat den am Freitag zu Ende gegangenen EU-Frühjahrsgipfel als den bisher "ruhigsten" bezeichnet. Italien hatte nach einer Intervention des auch Italienisch sprechenden Finanzministers Karl-Heinz Grasser darauf verzichtet, eine Protestnote gegen Frankreich wegen Protektionismus beim Gipfel einzubringen. Von Journalisten darauf angesprochen, sagte Berlusconi: "Es gibt keine Neuigkeiten, außer ihr wollt, dass wir Frankreich den Krieg erklären."

Die französische Regierung hatte den Einstieg der italienischen Enel beim privaten Energieunternehmen Suez durch eine Fusion mit der staatlichen Gaz de France (GdF) verhindert.

Frankreichs Präsident Jacques Chirac sorgte wiederum am ersten Gipfeltag für einen Eklat, weil er aus Protest den Saal verlassen hatte. Damit wollte er dagegen protestieren, dass der Chef der europäischen Unternehmervereinigung Unice, Ernest-Antoine Seillière, Englisch gesprochen hatte. "Ich war gründlich schockiert, einen Franzosen Englisch reden zu hören", rechtfertigte Chirac am Freitag sein Verhalten.

Am Rande des Gipfels kündigte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier an, dass Ende April oder Anfang Mai in Österreich ein Sondertreffen der Außenminister zum Thema EU-Verfassung stattfinden werde. (DER STANDARD, afs, Printausgabe, 25./26.3.2006)

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    Chirac: "Schockiert"

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