Salzburger Stadtrat sagt Riesen-Mozartkugeln Kampf an

24. März 2006, 17:08
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Padutsch will 1,60 Meter große Kugeln aus Altstadt entfernen

Salzburg - Die Aktion "Roll on Mozart ..." mit 80 überdimensionalen "Mozart-Kugeln" im öffentlichen Raum sorgt schon auf ihrer ersten Station, der Stadt Salzburg, für Ärger: Zweieinhalb Wochen nach Beginn der Aktion beauftragte Planungs-Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) am Donnerstag die Baubehörde, ein Verfahren zur Wiederherstellung des früheren Zustandes einzuleiten, teilte Padutsch in einer Aussendung mit.

"Roll on Mozart ..." ist als Neuauflage von "Kunst und Kuh" zu verstehen, bei der im Jahr 2000 rund 160 kunstvoll bemalte Plastik-Kühe in der Salzburger Altstadt "grasten". Die Polyesterkugeln mit einem Durchmesser von 1,60 Meter wurden im Auftrag von Firmen oder Organisationen von den unterschiedlichsten Künstler gestaltet und Anfang März in der gesamten Salzburger Innenstadt aufgestellt.

"Peinlich und beschämend"

"Ohne die unglaublich kreative und bemerkenswerte Idee, Mozartkugeln im Mozartjahr 2006 aufzustellen, zu bewerten, empfinde ich die Allgegenwärtigkeit dieser Kugeln, ihre Dimension, Anzahl und Wirkung als geradezu penetrant, für eine Kulturstadt vom Range Salzburgs peinlich und - gerade im großen Mozartjahr - beschämend", so der Stadtrat. Er verwies darauf, dass der Beirat der Stadt Salzburg für Kunst im öffentlichen Raum bereits im Vorjahr die Aktion wegen mangelnder Qualität der künstlerischen Gestaltung abgelehnt hatte.

Padutsch hat deshalb die Baubehörde heute beauftragt, ein Verfahren gemäß Paragraf 8 des Salzburger Altstadterhaltungsgesetzes einzuleiten. Innerhalb dieses Verfahrens hat die Sachverständigenkommission für Altstadterhaltung eine gutachterliche Stellungnahme abzugeben. "Bestätigt diese meinen Eindruck, ist die Wiederherstellung des früheren Zustandes zu veranlassen", die Kugeln seien dann zu beseitigen, so der Stadtrat. (APA)

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