Asthma oftmals unbehandelt

23. März 2006, 17:03
2 Postings

Mediziner erinnern an die Voraussetzungen für langfristige Therapieerfolge - Informationstag am Samstag

Wien - Die meisten Asthmatiker in Österreich werden nicht ausreichend behandelt. Zwar gäbe es genügend Medikamente, um bei Patienten mit mildem bis mittelschwerem Asthma Beschwerdefreiheit zu erzielen, doch würde auf Grund von Informationsdefiziten von Patienten und Ärzten der langfristige Therapieerfolg oft ausbleiben, erklärte Prim. Dr. Norbert Vetter vom Otto Wagner Spital am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Insgesamt leiden bis zu zehn Prozent der Bevölkerung an Asthma bronchiale, sagte Vetter. Allerdings wird nur ein Teil überhaupt ärztlich behandelt, da viele Betroffenen die Symptome ihrer Krankheit unterschätzen und keinen Mediziner aufsuchen.

Therapieerfolg

Doch selbst wenn die Betroffenen behandelt werden, ist der langfristige Therapieerfolg nicht garantiert. "Sie setzen die Medikamente oft ab, wenn sie vorübergehend beschwerdefrei sind", sagte Vetter. Bei dieser chronischen Krankheit sei allerdings meist eine längere Einnahme notwendig, betonte der Mediziner.

Auch Kinder sind häufig von der Atemwegserkrankung betroffen. Laut Experten würden rund 42.000 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren daran leiden, betonte Univ.-Prof. Dr. Manfred Götz vom Wilhelminenspital. Aber nur bei etwa der Hälfte der Kinder werde die Krankheit richtig diagnostiziert.

Informationstag

Auch die Schulung und Information von Ärzten, die oft nicht genug über Therapiemöglichkeiten Bescheid wüssten, sei in diesem Zusammenhang wichtig, unterstrich Vetter. So könnten durch einen Lungenfunktionsprüfung eine Asthmaerkrankung frühzeitig festgestellt werden. Bei Patienten soll die Situation durch bewusstseinsbildende Maßnahmen verbessert werden. Eine gute Gelegenheit, sich über die Krankheit zu informieren, bietet am Samstag der "Welt-Allergie und Asthma-Tag" im Festsaal des Wiener Rathaus. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.