Flexicurity

23. März 2006, 16:46
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"Flexicurity" ist das neue beschäftigungspolitische Zauberwort

Der europäische Arbeitsmarkt soll bis 2010 durch mehr Innovation und "Flexicurity", der Verbindung von sozialer Sicherheit mit mehr Flexibilität, stärker werden und damit den Herausforderungen der Globalisierung begegnen: dieses Motto gaben Anfang März Wirtschaftsminister Martin Bartenstein als Ratsvorsitzender und EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla bekannt. Was derzeit in Österreich noch Zukunftsmusik ist, hat sich in den nordeuropäischen Staaten wie Dänemark bereits bewährt.

Auf der einen Seite soll Flexicurity Raum für Veränderungen der Produktions- und Wettbewerbsverhältnisse schaffen, auf der anderen Seite soll sie verhindern, dass sozial nur abgesichert ist, wer ein Normalarbeitsverhältnis eingeht. Der geringe Beschäftigungsschutz für Arbeitnehmer wird durch eine hohe Arbeitslosenunterstützung ausgeglichen. An die Stelle des Kündigungsschutzes tritt die Sicherheit, schnell wieder Arbeit finden zu können.

Diese Kombination aus mehr Sicherheit für die Beschäftigten und mehr Flexibilität für den Arbeitsmarkt hält in Österreich vor allem die Wirtschaft für einen Jobgarant für die Zukunft. Skeptiker warnen, dass der Ruf nach "Flexicurity" nur ein Vorwand dafür ist, einseitig Kündigungsschutz und Arbeitsplatzsicherheit zu lockern.

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