Zwist in St. Pölten: Küng steht zu Kirchenrektor

24. März 2006, 17:08
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Kommunique des Bischöflichen Sekretariats nach Anschuldigungen gegen hochrangigen Diözesan-Amtsträger

St. Pölten - Bischof Klaus Küng hat am Donnerstag den Versuch zurückgewiesen, die Diözese St. Pölten wieder zu destabilisieren. Er hat laut "Kathpress" sofort die notwendigen Maßnahmen gesetzt, wie aus einem Kommunique des Bischöflichen Sekretariats St. Pölten hervorgeht. Die jüngsten Turbulenzen wurden durch Vorwürfe des suspendierten Priesters Volker S. gegen einen hochrangigen Diözesan-Amtsträger ausgelöst.

"Kathpress" zufolge hatte der Diözesan-Amtsträger ein kirchliches Gerichtsverfahren gegen Volker S. zu führen, der 1996 im Mittelpunkt eines dramatischen Vorgangs gestanden war: Er hatte einen slowakischen Strichbuben in seinem Pfarrhaus mit einem Messer attackiert und war deshalb zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Die vier Punkte umfassende Stellungnahme aus St. Pölten: "Ein Priester, gegen den ein kirchliches Gerichtsverfahren läuft, erhebt die Anschuldigung, von einem an diesem Verfahren beteiligten kirchlichen Diözesanrichter persönlich sexuell belästigt worden zu sein. Auf diese Weise soll offensichtlich der Versuch gemacht werden, durch Befangenheitseinrede das ursprünglich eingestellte und von Bischof Küng neu aufgerollte kirchliche Gerichtsverfahren zu blockieren."

"Beteuert Schuldlosigkeit"

"Der beschuldigte Diözesanrichter beteuert seine Schuldlosigkeit. Er hat auf Anraten des Bischofs seine richterliche Funktion in dieser Causa zurückgelegt. Ein neues Richterkollegium wurde gebildet."

"Volker S. gibt an, ihm sei bekannt, dass Bischof Küng um die homosexuelle Neigung des Diözesanrichters wisse, er könne außerdem Personen nennen, die dessen homosexuelle Neigung bezeugen. Dazu stellt Bischof Küng fest: Vor eineinhalb Jahren gab es gegen den Diözesanrichter eine anonyme Anzeige, die von der Kriminalpolizei überprüft wurde. Das Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt."

"Es gab auch einige Hinweise, denen seitens des Bischofs nachgegangen wurde. Es ergab sich kein Tatbestand, der ein Eingreifen seinerseits nötig gemacht hätte. Selbstverständlich wird neuen Hinweisen, sollte es sie geben, nachgegangen". (APA)

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