Unfallfolgen bremsen Stohl

24. März 2006, 12:38
posten

In Katalonien auf Ab­warten: OMV-Pilot und Red Bull-Team hoffen auf Punkte - Teamdi­rek­tor Baumschlager als Schotterspion

Salou/Katalonien - Schmerzgequält sind Manfred Stohl und Ilka Minor am Donnerstag im 60 Kilometer von Salou entfernten Tivissa nach dem Shakedown zur Katalonien-Rallye aus dem Peugeot 307 geklettert. Das Duo des OMV Peugeot Norway World Rally Teams leidet unter den bei einem Testunfall am Montag erlittenen Prellungen im Brust- und Bauchbereich. Im vierten WM-Lauf der Saison von Freitag bis Sonntag heißt die Taktik deshalb Abwarten. Das Red Bull Skoda Team will ein Fahrzeug in die Punkteränge bringen.

Es war nicht der ärgste Unfall in der Karriere des Manfred Stohl, aber es war jener mit dem härtesten Aufprall. "Der Unfall war harmlos, da hatte ich schon viel schlimmere, in Schweden zum Beispiel. Aber die Erschütterung war extrem", berichtete der 33-Jährige. Der Peugeot war am Splitt ins Schleudern geraten und mit dem Heck gegen eine Felswand geprallt.

Auch Beifahrerin angeschlagen

Kopilotin Minor hatte nach einem harten Mittwoch, an dem ihr von den Schmerzmitteln schlecht wurde, weil sie zu wenig gegessen hatte, am Donnerstagvomittag bereits wieder ein Lächeln im Gesicht: "Ehrlich gesagt, sind die Schmerzen im Auto weniger als jetzt hier beim Stehen. Das Fahren geht, aber ich habe keine Ahnung wie es beim Reifenwechseln wird", merkte die Kärntnerin an, die kurz daran gedacht hatte, sich zu schonen und auf das Einfahren zu verzichten: "Aber es nützt mir ja nichts, es war wichtig, wieder ins Auto reinzusitzen."

Sie trug zur Unterstützung ein Tape, auf ein solches will auch Stohl zurückgreifen. Nach Schmerzmittel zu fragen, wagte er kaum: "Als Österreicher brauchst du momentan solchen Fragen nicht zu stellen", sprach er auf die Turiner Doping-Affäre an.

"Wie sie ist, drückt sie es durch"

Pilot Stohl hat vollstes Vertrauen in das Durchhaltevermögen von Beifahrerin Minor: "Wie sie ist, drückt sie es durch", so der Dritte der WM-Fahrerwertung, dessen Erwartungen nach Platz drei in Mexiko aber natürlich bescheiden sind: "Abstauben, schauen, dass wir durchkommen. Wir warten ab, was vorne passiert. Aber ich glaube nicht, dass wir so vorne mit dabei sind. Speziell beim Cutten (Kurvenschneiden/Anm.) tut es sehr weh, und das ist hier gefragt." David Bozian von der Tuning-Schmiede Bozian Racing, die den OMV-Peugeot in der WM einsetzt, hofft auf ein Top-Acht-Ergebnis: "Wenn wir einen Punkt machen, bin ich zufrieden."

In die Punkteränge kommen will auch das Red Bull Skoda Team, das am Donnerstag den anfangs bei Regen und dann bei trockenen Verhältnissen gefahrenen Shakedown voll nützte. Der 21-jährige Andreas Aigner (Copilot Timo Gottschalk/GER) fährt nach Platz 13 in Monte Carlo und dem Ausfall in Schweden seinen dritten WM-Lauf in einem World Rally Car. "Ist ganz gut gegangen heute, das Auto passt", ist der Steirer zuversichtlich.

Ankommen das Ziel

Für Aigner ist Ankommen das Ziel, für Punkte soll der Franzose Gilles Panizzi sorgen. "Ich will Punkte für das Team holen. Podiumsplätze sind mit diesem Auto wohl nur sehr schwer möglich. Wir hatten auch nur einen Testtag", sagte der Gewinner dieses Asphalt-Events von 2002 und 2003. Als Schotterspion fungiert an den drei Etappentagen Teamdirektor Raimund Baumschlager, am Freitag geht es um halb vier Uhr morgens für ihn los.

Topfavorit des vierten Saisonevents ist der Franzose Sebastien Loeb im Citroen Xsara WRC, der im 4,34 Kilometer langen Shakedown die zweitschnellste Zeit hinter dem Belgier Francois Duval (Skoda Fabia) erzielte. Dahinter klassierten sich die finnischen Ford-Focus-Piloten Mikko Hirvonen und Marcus Grönholm. Stohl und Aigner lagen mit ihren schnellsten Zeiten 6,5 bzw. 8,8 Sekunden hinter der Spitze. Panizza war im schnellsten Heat 4,6 Sekunden langsamer als der Tagesbeste Duval.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.