"Überglücklich, aber nicht der Alte"

28. März 2006, 11:26
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Wallner bedankte sich bei Premiere fürs Ver­trauen mit erstem Pflichtspieltor und ebnete Austria Weg ins Viertelfinale

Wien - Der glücklichste Mann an einem kühlen Fußball-Cup-Abend im Wiener Horr-Stadion war zweifellos Roman Wallner. Der Stürmer ebnete Titelverteidiger Austria Magna am Mittwoch im Heimspiel gegen Wacker Tirol den Weg ins Viertelfinale. Sein sehenswertes 1:0 in der 25. Minute, sein erster Pflichtspiel-Treffer, zeigte den Veilchen die Richtung. "Das war eine riesige Erleichterung für mich, ich bin überglücklich", gestand der Steirer nach dem 2:0-Sieg freudenstrahlend.

Der nicht von allen Fans mit offenen Armen empfangene Wallner, der erstmals seit seinem Wechsel von Nordea Admira nach Wien-Favoriten in der Startelf gestanden war, hat Sympathien durch Leistung gewonnen. "Ich bin zwar noch nicht der Alte, weil mir die Spielpraxis fehlt, aber ich bin auf gutem Weg", meinte der 24-Jährige, der auch schon in den Trainingseinheiten die Freude und den Spaß am Fußball an den Tag gelegt und so auf sich aufmerksam gemacht hatte.

"Es gibt nicht viele Leute, die hinter mir stehen"

Wallner hat sich nach längerer persönlicher Durststrecke auf seine Art und Weise zurückgemeldet. "Man muss einmal unten gewesen sein, um wieder aufstehen zu können. Es gibt nicht viele Leute, die hinter mir stehen. Aber die, die das tun, denen habe ich einen Teil des Vertrauens zurückgegeben", so der Stürmer, der mit solchen Leistungen wie im Cup seine Chancen auf die Verlängerung seines im Sommer auslaufendes Vertrages erhöht haben dürfte.

Das Lob von seinem Trainer war ihm an diesem Mittwoch natürlich gewiss. "Er liegt uns am Herzen, war vorne der Alleinunterhalter, hat die Gegner beschäftigt und ein Traumtor erzielt. Wir sind alle glücklich, es war eine Bestätigung für seine Arbeit. Wir freuen uns mit ihm und hoffen, dass es so weitergeht", sagte Frenkie Schinkels, der von der Elf, die in Salzburg begonnen hatte, nur Radomski abermals aufgeboten hatte. "Es war aber nicht der zweite, sondern ein anderer Anzug", bemerkte Schinkels.

Neun ´Verträge laufen aus

Der Trainer, der im Hinblick auf das sonntägige zweite Gipfeltreffen mit Red Bull das Rotationsprinzip praktiziert hatte, sprach von Spielern, "die es uns als sportlich Verantwortliche nicht leichter gemacht" hätten. Neben Wallner laufen die Verträge von acht weiteren Spielern im Sommer aus oder sind Optionen zu ziehen. Über die Zukunft wird in der ersten April-Woche gesprochen, wenn Mäzen Frank Stronach wieder im Lande ist.

Sportdirektor Peter Stöger stellte mit Zufriedenheit fest, dass sich jene Leute, die zuletzt weniger gespielt haben, tadellose Leistungen gezeigt hätten. Die Austria befindet sich damit weiter auf gutem Weg zum Double, das zuletzt 2003 gelungen war. "Der Titel hat Priorität, aber wir wollen auch den Cup erfolgreich verteidigen, kampflos werden wir ihn sicher nicht abgeben," stellte der Sportdirektor fest.

Wacker hat sich wacker geschlagen. "Letztlich schmerzt aber jede Niederlage. In der ersten Hälfte sind wir hinten gut gestanden, hatten zwei, drei Konter-Chancen, jedoch fehlte der letzte Pass. Nach dem 0:1 war's schwer, mussten wir mehr Risiko nehmen", resümierte Stanislaw Tschertessow. Für den Tirol-Trainer hat der Gegner das Salzburger 0:3 gut weggesteckt. Und Kapitän Jerzy Brzeczek meinte: "So eine zweite Garnitur wie die Wiener hätten wir auch gerne"!(APA)

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    Erleichterter Wallner.

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