Kostenlose Baby-Impfung gegen Rotaviren gefordert

23. März 2006, 14:49
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So die Empfehlung des Impfausschusses des Obersten Sanitätsrates

Wien - Der Impfausschuss des Obersten Sanitätsrates fordert die Aufnahme der neuen Baby-Impfung gegen Rotaviren in das für Eltern kostenlose Immunisierungs-Programm der öffentlichen Hand. Damit könnten pro Jahr an die 4.000 Spitalsaufnahmen von Babys verhindert und hohe Krankenhauskosten verhindert werden, erklärte der Vorsitzende des Impfausschusses, Ingomar Mutz, am Donnerstag in Wien.

"Die Rotavirus-Impfung steht schon vor den Toren. 90 und mehr Prozent aller Kinder erkranken ein- oder mehrmals an Brechdurchfall durch diese Viren. Ein Teil davon landet im Spital. Das sind jedes Jahr in Österreich zwischen 2.900 und 4.500 Kinder", so Mutz.

Argumentation

Mit der generellen Rotvirus-Schluckimpfung (je nach Vakzine in zwei oder drei Dosen ab dem zweiten Lebensmonat) ließen sich 70 Prozent dieser Erkrankungen und 85 Prozent der schweren Verläufe samt Spitalsaufnahmen verhindern. Die österreichische Gesundheitspolitik hätte es also in ihrer Hand, sowohl Leiden zu verhüten als auch Spitalskosten einzusparen.

Die Impfung dürfte "privat" um die 120 Euro kosten. Die beiden Vakzine wurden neu entwickelt. Doch der Preis könnte - so nicht die Solidargemeinschaft das übernimmt - für viele Familien prohibitiv sein.

Weitere Forderung

Seit Jahren fordern die österreichschen Impf-Experten auch schon die kostenlose Pneumokokken-Baby-Impfung. Sie gibt es bisher gratis nur für so genannte "Risiko-Kinder". Fachleute bestreiten, dass es eine solche Risikogruppe überhaupt gibt. Pneumokokken-Infektionen bei Säuglingen verursachen zum Teil schwerste und sogar tödliche Erkrankungen.

Christiane Körner, Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer: "Wir freuen uns über jeden neuen Impfstoff, der kommt. Damit kann Leid verhindert werden." (APA)

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