Premiere von Chabrols Neuestem im Filmmuseum

30. März 2006, 15:27
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"L'Ivresse du pouvoir" mit Isabelle Huppert - Im Rahmen eines Spezials mit dem Motto "Die heillose Familie", das auch zwölf Filme von Douglas Sirk zeigt

Wien - Unter dem Motto "Die heillose Familie" widmet sich das Österreichische Filmmuseum im April Werken von Claude Chabrol und Douglas Sirk. Ab 1.4. zeigt man eine Auswahl von über 20 Kriminalfilmen Chabrols, ab 7.4. stehen zwölf Melodramen und "Familienfilme" Sirks auf dem Programm. Abseits dieser Schwerpunkte gibt es außerdem Arbeiten des polnischen Avantgarde-Filmemachers Jósef Robakowsik und Wien-Premieren zweier Filme des Ostberliners Thomas Heise zu sehen.

Familie als Schlüssel für die Gesellschaft

Die Auseinandersetzung mit der Familie als Schlüssel für den Einzelnen wie für die Gesellschaft zieht sich als roter Faden durch die Filme des 75-jährigen französischen Altmeisters Claude Chabrol. Der Bogen der gezeigten Auswahl spannt sich von dem in Schwarz-Weiß gedrehten Erstling "Le Beau Serge" (1.4., 19 Uhr) aus dem Jahr 1958 - gleichzeitig der erste Langfilm der Nouvelle Vague - bis zur Österreich-Premiere seines bisher letzten Filmes "L'Ivresse du pouvoir" (ebenfalls am 1.4., 21 Uhr), der erst kürzlich in Berlin uraufgeführt wurde, mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle.

Kriminalfilme aus seiner berühmtesten Periode

Weiters werden u.a. auch "Les Bonnes Femmes" (3.4., 19 Uhr), ein frühes Meisterwerk des Autorenfilmers, der Thriller-Spannung, Psychologie und Gesellschaftskritik auf das Subtilste zu verbinden versteht, sowie Kriminalfilme aus seiner berühmtesten Periode (1968-1974) wie etwa "Le Boucher" (2.4., 21 Uhr) und "La Rupture" (13.4., 21 Uhr) gezeigt.

Claude Chabrol begann dort, wo der in Hamburg geborene Douglas Sirk (1897-1987) aufgehört hat. Sirk startete als Hans Detlef Sierck in Deutschland seine Karriere, emigrierte in die USA und wurde einer der erfolgreichsten Hollywood-Regisseure. Im Filmmuseum präsentiert werden u.a. sein erfolgreichster Film "Imitation of Life" (8.4., 21 Uhr), sein Lieblingsfilm "A Scandal in Paris" (20.4., 19 Uhr) sowie "Written On the Wind" (7.4., 21 Uhr) oder "Has Anybody Seen My Gal" (15.4., 17 Uhr) mit dem jungen James Dean in einer kleinen Rolle.

Jósef Robakowski und Thomas Heise

Außerdem gibt es am 26.4. in einem gemeinschaftlichen Programm mit sixpackfilm das filmische Essay Robakowski "From My Window" (21 Uhr) zu sehen sowie am 30.4. (ab 21 Uhr) gemeinsam mit dem Festival Crossing Europe die Wien-Premieren zweier Filme des Dokumentarfilmers Thomas Heise: "Mein Bruder. We'll Meet Again" und "Im Glück (Neger)". (APA)

Österreichisches Filmmuseum1., Augustinerstraße 1
Tel.: 01/533 70 54
  • Isabelle Huppert in "L'Ivresse du pouvoir" (Claude Chabrol, 2006)
    foto: filmmuseum

    Isabelle Huppert in "L'Ivresse du pouvoir" (Claude Chabrol, 2006)

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