Eritrea: Regierung droht, Hilfsorganisationen auszuweisen

27. März 2006, 15:45
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Rätselraten über Gründe

Asmara/Nairobi - Die Regierung des von Dürre geplagten Eritrea am Horn von Afrika hat mehreren internationalen Hilfsorganisationen mit der Ausweisung gedroht. "Wir sind überrascht und versuchen herauszufinden, was der Hintergrund ist", sagte Austin Kennan, der bei der irischen Organisation "Concern" für Eritrea zuständig ist, am Donnerstag in Dublin.

"Concern" und mehrere andere Organisationen waren schriftlich aufgefordert worden, ihre Arbeit einzustellen. "Als Grund war lediglich genannt, dass wir nicht die nötigen Anforderungen erfüllen", sagte Kennan. "Concern" unterstützt nach eigenen Angaben bis zu 100.000 Menschen in Eritrea und hilft unter anderem beim Schutz vor Bodenerosion.

Dürrekrise

"Das Land leidet derzeit unter der Dürrekrise, die das ganze Horn von Afrika betrifft", sagte Kennan. "Es ist nicht klar, ob sie ohne Hilfe von außen klar kommen können."

Außer "Concern" seien auch eine amerikanische und eine britische Organisation betroffen. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zeigt sich besorgt, dass die eritreische Regierung die Verteilung von Lebensmitteln stark eingeschränkt hat.

Eritrea hatte im vergangenen Dezember etwa 180 westliche Mitarbeiter der UNO-Mission ausgewiesen, die den Waffenstillstand an der Grenze zu Äthiopien überwachen sollen. Nach Ansicht von politischen Beobachtern will die Regierung möglicherweise die internationale Gemeinschaft provozieren, um auf das ungelöste Grenzproblem aufmerksam zu machen. Äthiopien weigert sich weiterhin, die Entscheidung einer unabhängigen Kommission anzuerkennen, die den umstrittenen Ort Badme Eritrea zugeschlagen hat. (APA/dpa)

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