Überfüllte Spitäler: Ungewöhnlich viel erkankte Kinder Wien

29. März 2006, 12:46
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Darmgrippe und Atemwegsinfektionen - Grüne bemängeln Versorgung

Wien - Ein ungewöhnlich häufiges Auftreten von Darmgrippe und Atemwegsinfektionen unter Kindern beschert den Wiener Spitälern dieser Tage einen regelrechten Ansturm. Derart viele junge Patienten habe es seit Jahren nicht mehr gegeben, hieß es aus dem Büro von Gesundheitsstadträtin Renate Brauner (SP). Sobald die Temperaturen frühlingshafter würden, sei jedoch mit einem Rückgang der Erkrankungen zu rechnen.

Kritik an der kindermedizinischen Versorgung in der Bundeshauptstadt äußerte unterdessen die Grüne Gesundheitssprecherin Sigrid Pilz. Laut einer Studie aus dem Vorjahr, die das Institut Genia Consult im Auftrag der Stadt Wien durchführt habe, gebe es kaum ambulante Angebote außerhalb der Öffnungszeiten der Kinderärzte. Deswegen landen Kinder viel zu oft mit banalen Erkrankungen in den Spitalsambulanzen. Bemängelt wurde auch, dass Notärzte keine kindermedizinische Ausbildung hätten. Die Reformempfehlungen der Studie würden bereits umgesetzt, beteuert man im Rathaus. Statt Verbesserungen durchzusetzen, würden Kritiker mundtot gemacht, kontert Pilz. Franz Waldhauser, der 2003 mit dem Buch "Weggelegt - Kinder ohne Medizin?" für Ärger unter den Spitalsverantwortlichen gesorgt hatte, soll versetzt werden, seine Spezialambulanz werde ausgehungert. (kri, DER STANDARD - Printausgabe, 24. März 2006)

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