Wissenschaftsfonds FWF erhält 30 Millionen Euro zusätzlich

23. März 2006, 17:09
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Projektvolumen von insgesamt 150 Millionen Euro

Wien - Der Wissenschaftsfonds FWF kann heuer um 30 Mio. Euro mehr an Förderung für Grundlagenforschungsprojekte vergeben als geplant. Wie das Finanzministerium am Donnerstag in einer Aussendung mitteilte, wird der Zusagerahmen des FWF um 30 Mio. Euro auf insgesamt rund 150 Mio. Euro angehoben. "Damit können wir nun alle als exzellent beurteilten Projekte fördern", erklärte FWF-Geschäftsführer Gerhard Kratky gegenüber der APA. Zuletzt hatte die SPÖ eine Ausweitung des FWF-Budgets um 30 Mio. Euro als eine Voraussetzung für eine Zustimmung zur geplanten Elite-Uni in Gugging (NÖ) gefordert.

Weil der FWF mehrjährige Forschungsprojekte genehmigt, ist nicht die gesamte Fördersumme in einem Jahr fällig. Aus diesem Grund arbeitet der Fonds mit Vorbelastungen auf zukünftige Budgets - derzeit in Höhe von rund 100 Mio. Euro. Diese Vorbelastungssumme kann nun mit Genehmigung des Finanzministeriums um 30 Mio. Euro ausgeweitet werden.

Geschätzte Bewilligungsrate

Insgesamt kann der FWF damit 2006 Forschungsprojekte mit einem Projektvolumen von 150 Mio. Euro bewilligen. Die Bewilligungsrate beim Geldvolumen werde - bei keinen großen Veränderungen des Antragsverhaltens - von derzeit 32 Prozent auf 35 bis 40 Prozent steigen, schätzt Kratky. Er zeigt sich "außerordentlich zufrieden" damit, dieser politische Konsens sei ein positives Signal für Wissenschaft und Forschung.

Nach Ansicht des Finanzministeriums ist Österreich zu einem Spitzenreiter in der F&E-Dynamik in der EU avanciert. "Von 2000 bis 2006 hat die Bundesregierung nicht nur über 10,5 Mrd. Euro - das ist eine Steigerung um mehr als 40 Prozent gegenüber den sozialdemokratisch geführten Regierungen - bereitgestellt, sondern auch die indirekte Forschungsförderung laufend verbessert", heißt es in der Aussendung.

Stärkung

Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) hatte im Vorjahr auf Grund der niedrigen Genehmigungsrate des FWF eine Erhöhung von dessen Budget um 30 Mio. Euro gefordert. Außerdem wurde in den vergangenen Wochen von der Opposition im Zusammenhang mit der geplanten Elite-Uni eine Erhöhung in diesem Ausmaß verlangt, um die Unis zu stärken. Die Regierungsparteien hatten darauf hin für die Nationalratssitzung einen Entschließungsantrag angekündigt, in dem die Budgetsteigerung gefordert werden sollte. Dieser ist nun obsolet.

Erste Reaktionen

Der Fonds müsse auch für Kunstunis geöffnet werden, forderte der Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien und Sprecher der Rektoren der Kunstuniversitäten, Gerald Bast, in einer Aussendung am Donnerstag. Derzeit würde dies vom Infrastrukturministerium verhindert. Als Alternative käme eine Abtrennung von Ressourcen des FWF und die Schaffung eines eigenen Nationalfonds für Kunstentwicklung in Frage.

Die SPÖ sieht eine ihrer Bedingungen für die Zustimmung zur geplanten Elite-Uni in Maria Gugging (NÖ) erfüllt. "Jetzt hängt alles daran, ob auch die unabhängige Wissenschaft in den Aufsichtsrat des Instituts einzieht", so SP-Wissenschaftssprecher Josef Broukal am Donnerstag in einer Aussendung. Die SPÖ fordert, dass die Hälfte des Gremiums von Wissenschaftern gestellt wird. (APA)

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