Moto-GP: Valentino Rossi um achten Titel

19. Juni 2006, 12:44
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Jungschar fordert 2006 Italiens Superstar, viel frisches Blut auch in den anderen Klassen

Jerez - Michael Schumacher (37) und Valentino Rossi (27) haben mehr gemeinsam als ihre Ferrari-Leidenschaft. Wie der deutsche Formel-1-Rekordweltmeister geht ab Sonntag in Jerez auch Motorrad-Superstar Rossi 2006 auf seinen bereits achten Weltmeister-Titel los. Dem Italiener droht erstmals seit langem aber kräftiger Gegenwind. Nach fünf Titeln in Folge will eine von Dani Pedrosa und Casey Stoner, beide erst 20 Jahre alt, angeführte "Jungschar" dem Yamaha-Piloten in der MotoGP-Klasse einheizen.

250.000 Fans erwartet

Rossi hatte bei den letzten Testfahrten in Jerez/Spanien, wo am Sonntag vor erwarteten 250.000 Fans der erste von 17 WM-Saisonläufen über die Bühne geht, über eine Menge Probleme an seiner YZR-M1 geklagt, während vor allem die Ducatis mit Loris Capirossi und Sete Gibernau mit Topzeiten glänzten. "Ich beginne, unruhig zu werden und ich weiß nicht, was mich in Valencia erwartet", hatte "Dottore" Rossi gemeint. Er verzettle sich zu sehr mit Formel-1- und Rallye-Plänen, hieß es vielfach. Rossi bluffe einfach wieder nur, um seine Widersacher dann auf der Strecke zu demütigen, glauben andere.

Noch weiß niemand, was Italiens bestbezahlter Sportler 2007 tatsächlich macht. Wer auch immer heuer Weltmeister in der Königsklasse wird, er wird der letzte Champion auf den seit 2002 fahrenden 990 ccm-Viertaktern. 2007 sind nur noch 800 Kubik erlaubt. Rossi war 2001 auch noch Champion in der 500-er-Klasse gewesen. Im Vorjahr hatte der Italiener 11 von 17 Saisonrennen gewonnen, war 16-mal auf das Podium gefahren. Gewinnt der "Doktor" am Sonntag zum fünften Mal in Jerez, würde er Mick Doohans 54 GP-Siege in der Königsklasse egalisieren und hätte nur noch Giacomo Agostini (68) vor sich.

Routiniers und Jungstars

Rossi trifft heuer auf eine interessante Mischung aus Routiniers und Jungstars. Asse wie Max Biaggi, Alex Barros, Troy Bayliss, Ruben Xaus usw, haben die Klasse verlassen und machten Platz für junge Wilde wie die vier Neulinge Randy de Puniet (25/Kawasaki), Chris Vermeulen (23/Suzuki) und die beiden Honda-Jungspunde Pedrosa und Stoner. Ducati probiert es hingegen mit den alten Füchsen Loris Capirossi (32) und Gibernau (33).

Stoner, vor zwei Jahren noch für KTM in der 125-er-Klasse am Start, ist der jüngste Stammfahrer in der höchsten Klasse aller Zeiten. Alles blickt aber auf den zweifachen Viertelliter-Weltmeister Pedrosa. Der spanische Jungstar gilt längst als Rossi-Nachfolger, erstmals kommt es aber heuer zum direkten Duell. "Der Wechsel von der 250-er in die MotoGP ist aber viel schwieriger als der von den 125-ern in die Viertelliter-Klasse", gestand Pedrosa.

Frisches Blut in der Viertelliter-Klasse

Viel frisches Blut gibt es auch in der Viertelliter-Klasse. 9 der 26 Piloten sind neu, das macht nach dem Abgang von Stoner und Pedrosa den Italiener Andrea Dovizioso (Honda) zum Titelfavoriten. Angegriffen wird er u.a. von den beiden KTM-Piloten Hiroshi Aoyama und Manuel Poggiali.

In der 125-er-Klasse sind zwar 11 der 39 Fahrer neu, mit Thomas Lüthi (SUI), Mika Kallio (FIN) und Gabor Talmacsi (HUN) aber die Top-3 der vergangenen WM erneut am Start. Eine Möglichkeit also für eine perfekte Revanche, nachdem Kallios Ex-KTM-Teamkollege Talmacsi zu Honda gewechselt ist. Zwei erst 15-jährige Piloten drücken den Altersschnitt in dieser Klasse, in der 22 Teenager fahren, auf 19 Jahre und 30 Wochen.(APA)

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    Valentino Rossi zum siebenten Mal der Gejagte.

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