Vogelgrippeviren bevorzugen tief liegende Lungenzellen

23. März 2006, 11:40
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Infektion wird deshalb weniger leicht durch Husten oder Niesen verbreitet

London - Forscher in den USA und Japan haben eine mögliche Ursache dafür gefunden, warum das gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 nur sehr selten von Mensch zu Mensch übertragen wird. Während menschliche Influenzaviren bevorzugt Zellen der oberen Atemwege befallen, nisten sich die Erreger der Vogelgrippe vor allem in den tiefen, feinsten Lungenverästelungen ein, wie die Wissenschaftler im britischen Fachblatt "Nature" berichten. Dies bedeute, dass ein Infizierter das Virus weniger leicht durch Husten oder Niesen verbreite, argumentiert die Gruppe um Kyoko Shinya von der Universität von Wisconsin in Madison.

Vogel- und Menschengrippeviren docken an leicht unterschiedliche Molekülvarianten auf den Atemwegzellen an. Während sich die von humanen Influenzaviren bevorzugte Molekülvariante vor allem bei den Zellen im oberen Atemtrakt findet, existieren Zellen mit der vom aviären Erreger bevorzugten Variante vor allem in den tief liegenden so genannten Alveolen. Dies könnte nach Ansicht der Forscher erklären, warum die H5N1-Übertragung von Mensch zu Mensch selten bleibt, obwohl sich der Erreger in den menschlichen Lungen gut vermehren kann.

Sollte das Vogelgrippevirus jedoch die Fähigkeit erlangen, Zellen in weiter oben liegenden Teilen der Atemwege zu befallen, könne dies ein entscheidender Schritt zu einer drohenden Pandemie sein, warnen die Forscher. (APA/dpa)

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