Karzai sagt Achtung der Menschenrechte im Christen-Prozess zu

23. März 2006, 12:56
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Kanadischer Ministerpräsident Harper telefonierte mit afghanischem Präsidenten

Ottawa - Der afghanische Präsident Hamid Karzai hat nach kanadischen Regierungsangaben die Respektierung der Menschen- und Bürgerrechte in dem zum Christentum übergetretenen Afghanen zugesichert. Karzai habe in einem Telefonat die "volle Aufrechterhaltung" dieser Rechte zugesagt, teilte der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper am Mittwoch in Ottawa mit. Harper hatte seinen afghanischen Amtskollegen eigenen Angaben zufolge angerufen, um seine Besorgnis über den Fall auszudrücken.

Kanada hat im Rahmen eines NATO-Einsatzes, der den Wiederaufbau Afghanistans absichern soll, 2.500 Soldaten in dem Land stationiert. Das Gerichtsverfahren gegen den Christen gilt als sensibles Thema für Karzai, da er einerseits im Kampf gegen die extremistischen Moslem-Rebellen Taliban sowie zum Wiederaufbau des Landes auf ausländische Hilfe angewiesen ist. Andererseits muss er auch die Interessen von Konservativen wahren, die den Islam strenger auslegen.

Ein afghanisches Gericht fordert von dem 40-Jährigen Angeklagten Abdul Rahman die Rückkehr zum Islam. Das Rechtssystem des Landes ist auf einer Mischung aus zivilem und islamischem Recht, der Scharia, aufgebaut. Die Scharia sieht für eine Abkehr vom Islam die Todesstrafe vor. (APA/Reuters)

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