Pentagon erwägt schriftliches Beweisverbot für Geständnisse unter Folter

25. März 2006, 18:45
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Ministerium hielt Anordnung für Guantanamo bisher für unnötig

Washington - Das US-Verteidigungsministerium will die Verwendung von unter Folter erzielten Geständnissen von Guantanamo-Häftlingen vor Gericht möglicherweise auch schriftlich verbieten. Pentagon-Sprecher Bryan Whitman sagte am Mittwoch, bisher sei das Ministerium der Ansicht gewesen, eine solche Anordnung sei überflüssig, da die Militärstaatsanwaltschaft solche Beweise ohnehin nicht zulasse. Es sei bekannt, dass das Verteidigungsministerium den Einsatz von Folter verbiete, betonte Whitman.

Nach Ansicht von Kritikern kommen mehrere Verhörmethoden in dem Gefangenenlager auf Kuba jedoch Folter gleich. Zehn der Terrorverdächtigen müssen sich vor einem Militärtribunal verantworten. Ein explizites Beweisverbot für Foltergeständnisse könnte fälschlicherweise den Eindruck erwecken, "dass tatsächlich Folter vorgekommen ist", sagte Whitman weiter. Um jeden Zweifel zu beseitigen, denke die Regierung nun aber über eine entsprechende Anordnung nach. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" soll die neue Richtlinie noch in dieser Woche veröffentlicht werden. (APA/AP)

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