Niederlande: Einwanderer gründen eigene Partei

29. März 2006, 16:16
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"Haben genug von negativer Aufmerksamkeit" - Gegen Einwanderer-Tests und -Kurse

Amsterdam - Als Reaktion auf fremdenfeindliche Parolen rechter Gruppen haben Einwanderer in den Niederlanden eine eigene Partei gegründet. "Wir haben genug von der negativen Aufmerksamkeit, mit der Einwanderer betrachtet werden. Es ist an der Zeit, dass die Niederlande akzeptieren, dass sich die Welt verändert hat", teilte die Einwanderer-Partei der Niederlande am Mittwoch mit.

Die Partei will sich für die Abschaffung kürzlich eingeführter Einwanderer-Tests und -Kurse einsetzen. Allerdings sollen die Bildungsangebote für Neuankömmlinge verbessert werden. Ferner sollen moslemische Frauen das Kopftuch überall tragen dürfen und Asylsuchende, die länger als fünf Jahre im Land sind, ein Bleiberecht erhalten.

Umstrittenes Thema

Das Thema Einwanderung ist in den Niederlanden heiß umstritten, seit der rechtspopulistische Politiker Pim Fortuyn das Thema mit scharfen Reden gegen Einwanderer auf die Tagesordnung gebracht hatte. Fortuyn war 2002 von einem Tierrechtsaktivisten getötet worden. Auch gemäßigte Politiker hatten sich danach Ideen Fortuyns zu Eigen gemacht.

Einwanderer machen fast 19 Prozent der niederländischen Bevölkerung aus. Einer Studie der Amsterdamer Universität zufolge haben bei der Kommunalwahl am 7. März 80 Prozent der Einwanderer die oppositionelle Arbeiterpartei (PvdA) gewählt, was zu ihrem landesweiten Aufschwung führte. (APA/Reuters)

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