Zertifikate und eine schwarze Liste für Fluglinien

24. März 2006, 11:33
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EU will Flugsicherheit verbessern - Kritik an Auswahl der als unsicher eingestuften Airlines

Eine Doppelstrategie zur Verbesserung der Flugsicherheit kündigte am Mittwoch EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot an. Neben der schwarzen Liste für die als unsicher eingestuften Fluglinien, die 95 Gesellschaften umfasst, sollen sich alle Linien mit Sitz außerhalb der EU um ein Sicherheitszertifikat bei der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) bemühen müssen, wenn sie europäischen Luftraum durchqueren.

Die schwarze Liste wird alle drei Monate aktualisiert. Reisebüros und Flughäfen sind verpflichtet, die Liste zu veröffentlichen. Auf der Liste befinden sich Fluglinien aus zwölf Ländern. Gegen fünf afrikanische Länder verhängte die EU ein generelles Anflugverbot für alle dortigen Fluglinien, alleine im Kongo sind es 51.

Dass die Liste keine europäischen Fluglinien enthält, erklärt die Kommission damit, dass keine nationale Behörde eines EU-Landes dies beantragt habe. Auch West Carribean Airways und Flash Air, die im Vorjahr Abstürze verzeichnen mussten, scheinen nicht auf, weil sie ihren Betrieb inzwischen eingestellt haben.

Der SPÖ-Europaabgeordnete Jörg Leichtfried bezeichnete es als "nicht verständlich", dass als unsicher geltende europäische Airlines nicht aufgeführt werden. Er will Barrot im Parlamentsausschuss dazu Fragen stellen und noch Änderungen erreichen. (DER STANDARD, Print, 23.3.2006)

Alexandra Föderl-Schmid aus Brüssel

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Die "Schwarze" Liste

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