EU forciert Erforschung seltener Erbkrankheiten

29. März 2006, 14:17
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Österreichische Max F. Perutz Laboratories koordinierende Stelle des internationalen Projekts

Wien - Die Max F. Perutz Laboratories - eine Kooperation von Uni und Medizin-Uni Wien - sind österreichischer Partner eines jüngst gestarteten EU-Projektes zur Erforschung so genannter Laminopathien. Dabei handelt es sich um vererbbare Krankheiten, die etwa eine bestimmte Form des Muskelschwundes oder auch Progeria - vorzeitiges Altern - verursachen.

Laminopathien sind selten vorkommende Krankheiten beim Menschen. Sie werden durch Mutationen bei Genen hervorgerufen, die wichtige Eiweißstoffe im Zellkern bilden, so genannte A-Typ-Lamine und Lamin-bindende Proteine. Laminopathien machen sich erst nach der Geburt bemerkbar und entwickeln sich während Kindheit oder Pubertät. Meist führen sie zu frühzeitigem Tod. Bis dato konnten laut den Wiener Wissenschaftern keine wirkungsvollen Therapien gefunden werden, weil die molekularen Hintergründe dieser Krankheiten noch weitestgehend unklar waren.

Das von der Europäischen Kommission geförderte dreijährige Specific Targeted Research Project (STREP) des 6. EU-Rahmenprogrammes wird von Roland Foisner von den Max F. Perutz Laboratories koordiniert. Das europäische Konsortium besteht aus elf teilnehmenden Institutionen mit 13 wissenschaftlichen Gruppenleitern aus Deutschland, England, Frankreich, Italien, Österreich, Spanien und der Schweiz. Sie bilden ein Team von Humangenetikern, Klinikern, Strukturbiologen, Zellbiologen und Industriepartnern. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung von diagnostischen Methoden und Behandlungsmöglichkeiten. (APA)

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