28. März 2006, 20:01
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"Vecernij list", kroatische Tageszeitung der katholisch geprägten Grazer Styria Medien AG, versucht, sich mit Angriffen auf das Kriegsverbrechertribunal, mitfühlenden Berichten über Haager Häftlinge und Ressentiments gegen Brüssel zu profilieren. Das bürgerliche Zagreb ist zunehmend entsetzt. Derlei Themen treiben sonst Kroatiens extreme Rechte um. Zwischen Zagreb und Wien macht sich Verstimmung breit. "Ein einziges Poster für den General Gotovina" und dessen "tiefen Antieuropäismus" sei Vecernji list geworden, klagt Ivan Zvonimir Cicak, bekannter katholischer Ex-Dissident und Menschenrechtler.

Kroatiens pro-europäischer Premier Ivo Sanader beschwerte sich bei Wolfgang Schüssel über "euer Blatt", als die Zeitung mit einer fragwürdigen Umfrage Stimmung gegen eine Freihandelszone in Ex-Jugoslawien machte. Balkan-Koordinator Erhard Busek intervenierte bei Styria-Chef Horst Pirker, wurde aber mit dem Hinweis auf redaktionelle Freiheit abgebürstet. (nmn/DER STANDARD; Printausgabe, 23.3.2006)

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